Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
Endenicher Allee 1
53115
Bonn
Religionskurs
der Stufe 11
Bonn, 31.Oktober 2004
An seine
Exzellenz
Herrn
Erzbischof Erwin Josef Ender
Apostolische
Nuntiatur
Lilienthalstrasse
3
10965
Berlin
Neubewertung
des Jüngers Judas
Eure
Exzellenz,
wir, die
Schüler der Stufe 11 des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, beschäftigen uns zur Zeit mit den Personen des Neuen Testaments. In der Reihe
dieses Projektes befassten wir uns auch mit Judas und sind bei der
Auseinandersetzung mit dieser Persönlichkeit in einen gedanklichen Konflikt
geraten:
Wieso
wurden so viele Personen der Bibel heilig gesprochen, Judas jedoch nicht,
obwohl doch gerade er entscheidend zu der Erlösung der Menschen beigetragen
hat. Durch seinen Verrat an Jesus machte er erst die Kreuzigung und somit den
Tod und die Auferstehung Jesu möglich.
Uns ist
die Tatsache bewusst, dass man durch eine Heiligsprechung des Judas auch seinen
Verrat gutheißen würde und somit auch den Verrat im Allgemeinen.
Allerdings
geben wir zu bedenken, dass Jesus wusste, dass Judas ihn verraten würde. Somit
muss der Verrat ein Teil des Heilsplans Gottes gewesen sein.
Ebenfalls
muss man beachten, dass die geringe Anzahl an Silberlingen, die Judas für
seinen Verrat erhalten hat, wohl kaum ein Grund für den Verrat an seinem Herrn
gewesen sein kann. Außerdem hat Judas im Nachhinein seine Tat bereut und dafür
gesühnt.
Da es
ohne Judas keine Kreuzigung, keine Auferstehung und somit auch keinen Glauben
und keine Kirche gäbe, bitten wir über eine Heiligsprechung des Judas
nachzudenken.
Wir
möchten sie höflichst bitten,unser
Anliegen dem heiligen Vater, Papst Johannes Paul II, vorzutragen.
Mit
vorzüglicher Hochachtung
i.A. Piera
Sofia