Gestalten des Neuen Testaments

Von Herodes bis Zachäus

 

 

Eine kritische Darstellung

des Grundkurses 2 Evangelische Religion

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn

2004/05

 

 

 

 

König Herodes der Grosse

                                                                           Alexander Pfeiffer

 Karriere eines Ehrgeizigen

 

König Herodes, auch genannt Herodes der Grosse ist um 73 v. Chr. geboren und starb laut neuester Untersuchungen um 4 v. Chr. an einer Erkrankung der Nieren und der Genitalien. Er kam als Sohn eines Beraters der damaligen jüdischen Könige zur Welt, in der Zeit in der Cäsar und Pompejus um die Macht in Rom kämpften. Als junger Mann verdient Herodes sein Geld als Krieger im Kampf gegen jüdische Guerillas in den Bergen Galiläas. Er war ein Bild eines Mannes und Kämpfers, ölglänzend und im Speerwerfen unübertroffen ging er in den Kampf. Mit 23 Jahren wurde er zum Stadthalter von Galiläa ernannt und durch eine Hochzeit mit Mariamne, einer Tochter aus dem Königshaus der Hasmonäer, wurde er zu einem starken und mächtigen Mann. Im Alter von 30 Jahren wird er als König der Juden von Rom eingesetzt. Doch Herodes wollte kein einfacher Stadthalter bleiben, er hatte eine Illusion der Verbindung jüdischer und hellenistischer Kultur. Er wollte ein jüdisches Großreich als Stützpunkt der Pax Romana, in der Herodes die messianischen Verheißungen der Propheten vom ewigen Frieden erfüllt, erbauen. Aber er ist Idumäer, die Idumäer sind ein Volk die von den Juden zwangsbekehrt wurden, aber trotzdem niemals als vollwertige Juden angesehen wurden, da sie angeblich von Esau abstammen, der Mann der sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht an Jakob verkaufte, der sich Israel nannte. Mit diesem Ruf hatte es Herodes sein ganzes Leben schwer zu tun. Trotzdem wurden unter ihm die Grenzen Israels bis nach Syrien und Ägypten ausgeweitet. Auch schenkte er seinem Volk einen 30-jährigen Frieden und brachte sein Land durch Steuersenkungen und öffentliche Investitionen zu neuer wirtschaftlichen Blüte. Durch all diese Errungenschaften bekam er von der Mitwelt den Beinamen „ der Große“. Trotz seiner Taten und auch gerade deswegen hatte er einen Ruf als skrupelloser Herrscher, der mit brutalen Mitteln seinen Willen durchsetzte.

 König im Reich des Bösen?

 

König Herodes hatte zwei Seiten, eine als erfolgreicher König, die andere aber als skrupelloser Herrscher und Mensch. Die bekannteste und wahrscheinlich auch brutalste Geschichte ist die über den Kindermord in Bethlehem. Es ist fast Weihnachten und Herodes bekommt die Kunde der Geburt Jesu, der neue König der Juden. Der Herrscher sieht durch den kleinen Jesus seine Macht in Gefahr und befielt seinen Soldaten alle Kinder, besser gesagt alle Jungen bis zum Alter von 3 Jahren zu töten, damit der Jesu auf keinen Fall mehr eine Gefahr für ihn darstellte. So zumindest steht es in der Bibel geschrieben. Auch wenn das jetzt eine gewagte Aussage ist, historisch gesehen gibt es für solch eine Tat keine Beweise und viele Historiker bezweifeln diese Geschichte. Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass er einen brutaler Herrscher war, der gegen jeden inneren Widerstand konsequent vorgegangen ist. Zum Beispiel ließ er seine Frau zum Tode verurteilen. Eine andere Geschichte, für die es zumindest ein paar Hinweise gibt, ist die über die Ermordung des Johannes der Täufer. Er ließ ihn ermorden weil er ihm öffentlich ein unrechtmäßiges Verhältnis zu seiner Schwägerin Herodias vorhielt. Aber auch darüber gibt es viele verschiedene Geschichten. Unter seiner Herrschaft sollen noch viele andere zu Tode gekommen sein, doch das wären zu viele und zu unsichere Aussagen. Allein dadurch hatte und hat er bis zum heutigen Tag einen schlechten Ruf. Aber damit nicht genug, hinzu kommt, dass viele Leute viele Schreckenstaten auf sein Konto schreiben da in der Bibel immer nur von Herodes gesprochen wird. Doch in Wirklichkeit passierten vieler dieser Taten ohne sein Wissen, denn er war zu diesem Zeitpunkt schon längst tot. Er starb, wie schon gesagt, ca. 4 v.Chr., trotzdem blieb der Name Herodes in der Bibel immer der größte Widersacher Jesu, das ist auch richtig so,  nur war es nicht Herodes der Große, sondern Herodes Antipas, sein Nachfolger. Unter dessen Herrschaft passierten mindestens so viele Grausamkeiten wie unter Herodes dem Großen, da aber die Bibel nur den Namen Herodes als Inkarnation des Bösens verwendet, ist die schwer herauszulesen. Also zusammen gefasst heißt das Herodes der Große war zwar ein skrupelloser Herrscher aber längst nicht so grausam wie viele Menschen bis heute dachten, außerdem war er wohl der erfolgreichste König der Juden den es je gab.

 

Hinterlassenschaften des Großen

 

Herodes hinterließ uns nicht nur seinen Ruf als schrecklicher König, nein ihm ist, auch heutzutage noch, einiges zu verdanken. Herodes tat schon als junger König viel für die Kultur, so rettete er z.B. die olympischen Spiele durch eine große Spende vor dem Bankrott. In Palästina förderte er das Judentum, er lies den Tempel in Jerusalem in großem Stil umbauen, auch erbaute er dort die Burg Antonia und lies einen neuen Königspalast errichten, all diese Bauten mit sehr großem Ausmaße. Sehr berühmt sind auch die Festungsbauten des Herodes in Masada und Machärus. Und er hinterließ auch außerhalb seines Reiches seine Spuren, nur dort ohne Rücksicht auf die Religion. So baute er Samaria / Sebaste und Caesarea als hellenistische Städte aus, einschließlich dem Tempel für den Kaiser. Viele Künstler nahmen sein Leben oder seine Taten als Inspiration ihrer Arbeiten. Eines der wohl bekanntesten Kunstwerke ist das Gemälde von Peter Paul Rubens: „ Kindermord in Bethlehem“.

Wie ihr seht hat Herodes in unserer Zeit noch einiges an Bedeutung und ich hoffe ich konnte euch das Leben des König Herodes der Große ein bisschen näher bringen.  


Jakobus der Ältere

                                                                                                   Paul Geffert

Der erste Märtyrer unter den Aposteln

 

Jakobus wurde am See Genezareth (Kinnereth) in Galiläa geboren. Sein Vater ist der Fischer Zebedäus, seine Mutter hieß Salome. Er ist der ältere Bruder von dem Apostel und Evangelisten Johannes.

Jakobus wurde mit seinem Bruder Johannes von Jesus berufen, ihm nachzufolgen (Mt 4, 21). Wegen ihres stürmischen Eifers erhielten sie von Jesus den Namen „Boanerges“, „Donnersöhne“ (Mk 3, 17). Mit Petrus zählten die beiden Brüder zu den bevorzugten Aposteln (Mk 5, 37; 9, 2; 14, 33), die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Gethsemane zugegen waren. Im Jahr 43 n. Chr. um Ostern starb Jakobus; er wurde von Herodes Agrippa I. enthauptet (Apg 12, 2). Somit wurde er zum ersten Märtyrer unter den Aposteln.

In Jerusalem steht die Jakobskirche angeblich an der Stelle, wo er enthauptet wurde. Im Jahr 70 seien seine Gebeine auf den Sinai ins Jakobskloster, das heutige Katharinenkloster, gebracht worden.

 

Pilgervater / Santiago de Compostela

 

Über Jakobus gibt es viele Legenden: Spanischen Legenden zufolge wurde sein Leichnam nach Santiago de Compostela gebracht und dort im 9. Jahrhundert von Bischof Theodemir von Iria Flavia entdeckt. Im 7. Jahrhundert entstand die Behauptung, Jakobus habe in Spanien gepredigt und sei dort begraben worden. Dies lässt sich aus der Bibel oder altchristlichen Zeugnissen nicht belegen. Die Behauptung ist heute aufgegeben. Nach einer Überlieferung soll Jakobus nach Pfingsten in der Gegend um Samaria (das heutige Shomron) und Jerusalem das Evangelium bis zu seinem Tod verkündet haben. In Spanien soll er, einer anderen Überlieferung nach, gepredigt und Jünger geworben haben. Nach seinem Tod werde er dort Unzählige bekehren soll er prophezeit haben. Zur Entstehung des Jakobuskultes trugen Legenden und historische Konstellationen bei. Die historische Forschung hat sich sehr intensiv damit befasst. Hier ein Blick in die Geschichte: Das westgotische Reich unterlag im Jahr 711 in der Schlacht am Guadelete den Mauren. Seitdem behaupteten sich Christen nur noch in den Gebirgsgegenden Asturiens und in Galizien. Die Asturier gaben alles für die Rettung der christlichen Kirche und der Wiedererrichtung der westgotischen Monarchie. Unter König Alfons II. wurde Oviedo nach einem Angriff der Mauren um 794/795 zur Königsstadt ausgebaut, was man in dem bisherigen geistigen Zentrum Toledo nicht gerne sah. Die Spannungen, die daraus hervorgingen, entluden sich im Adoptianismussstreit zwischen dem Erzbischof von Toledo und dem asturischen Abt Beatus von Liébana. Um 813 wurde im galizischen Compostela das Jakobusgrab entdeckt, was dem erstarkenden asturischen Reich eine wirksame Identifikations- und Legitimationshilfe verschaffte. Während Asturien drei islamischen Offensiven (791-796, 823-826/828 und 839-841) standhielt, wurde Jakobus im Kampf gegen das Emirat von Córdoba zum Patron der Christen. Den Sieg in der Schlacht von Clavijo 844 schrieb man seinem Eingreifen zu. In der Reconquista wurde er als Schlachtenhelfer und als „Matamoros“, „Maurentöter“ bezeichnet.  

816 wurde in Compostela die Jakobskirche gebaut; aus diesem Ort entwickelte sich Santiago de Compostela. Ab dem 11. Jahrhundert wurde Santiago zu einem der größten Wallfahrtszentren des Abendlandes. Der erste namentlich bekannte Pilger war Bischof Godeschalk von Le Puy 951. Zwar drangen die Mauren 997 bis Santiago de Compostela vor,  trotzdem  begann die Blütezeit der Pilgerfahrt, die bis ins 14. Jahrhundert andauerte. Santiago zog mehr Pilger an als Rom und Jerusalem. Ab dem 15. Jahrhundert wurde durch Humanismus, Reformation und französische Revolution zum Rückgang der Pilgerfahrt beigetragen. 1879 ging es aber wieder aufwärts mit der Wallfahrt.

General Francisco Franco bestimmte 1937 den 25. Juli als Nationalfeiertag (auch Gedenktag der katholischen, evangelischen und anglikanischen Kirche) und Jakobus galt wieder als Landespatron. 1985 erklärte die UNESCO Santiago de Compostela zum Weltkulturerbe.

Heutzutage ist die Wallfahrt ein modernes touristisches Erlebnis. Aber viele Menschen machen die Pilgerreise zeitaufwändig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Pferd. Wer mindestens 100 km zu Fuß oder 200 km mit dem Fahrrad hinter sich gebracht hat, erhält im Pilgerbüro eine Urkunde. Knapp 100.000 der jährlich 10 Millionen Touristen kommen so als Pilger.

Damals im 15. Jahrhundert erhielten die Pilger am Ziel eine Muschel, die Jakobusmuschel, die heute auch noch den Pilgern als Symbol gilt.

 

Jakobus, eine Inspiration für die Kunst

In der Kunst werden oft Szenen aus der Legende dargestellt z.B. die Rettung des Jungen vom Galgen und das Wunder des wieder lebendig gewordenen gebratenen Huhns. Abgebildet wurde er zuerst mit Buch oder Schriftrolle (Apostelattribut), dann selbst als Santiagopilger mit der Muschel, zunächst auch mit Schwert dann mit dem Pilgerstab. Der Name Jakobus bedeutet: der Nachgeborene oder: Gott schützt (hebräisch-lateinisch). In den verschiedenen Sprachen: Heiliger Jakob (Deutsch), Saint-Jacques (Französisch), Saint James (Englisch), San Giacomo (Italienisch) und Santiago, San Jaime, San Jacobo oder San Diego (Spanisch).  

Das Jakobusevangelium, auch Protevangelium Iacobi genannt, ist wie die Jakobusbriefe in der Bibel von Jakobus dem Jüngeren verfasst worden. Das Zeichen der Pilger ist die Jakobusmuschel. Sie soll auch eine magische Wirkung haben z.B. Kranke heilen und Glück bringen wenn man sie an den Jakobusstätten gekauft oder am Cap Finistere gesammelt hat.

Dazu gibt es die Legende vom Ritter, der von Jakobus aus dem Wasser gerettet wurde und dessen Körper voll mit Muscheln bedeckt war.

  

 

Johannes der Täufer

 Biographie:

Johannes der Täufer (* 24. Juni 1 v. Chr. in Ain-Karim bei Jerusalem 
+ nach 29 in Jerusalem)
(hebräisch: Jochanan ben Sacharja) war der Sohn der jüdischen Priesters Zacharias und der Elisabeth. Seine Mutter war eine Verwandte von Maria, der Mutter von Jesus Christus.
Seine Geburt wird seinem Vater durch einen Engel angekündigt, doch er glaubt ihm nicht und wird deshalb stumm, bis Johannes geboren ist und spricht daraufhin das Gebet das man auch als "Benediktus“ kennt.

Johannes war Nasiräer, der keinen Wein trank, seine Haare nicht schnitt und vom Geist Gottes erfüllt war. Er lebte als Einsiedler in der Wüste. Sein Auftreten erinnert an den Propheten Elija und er trägt ein Gewand aus Kamelhaaren  und einem ledernen Gürtel.

Auftreten in der Bibel:

Zum ersten Mal tritt er im Lukasevangelium (Lk 3,1f) auf (um das Jahr 29 herum). Damals predigte er in der Gegend um den Jordan.

Der Inhalt seiner Predigt war "Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahe herangekommen" und er versuchte die Leute zu einer Veränderung ihres Handelns zu bewegen. Er taufte die Menschen, die sich aufgrund seiner Predigt bekehrten, nach einem öffentlichen Brevier des Martin von Aragon, 14. Jahrhundert: Die Enthauptung Johannes' des TäufersSündenbekenntnis im Jordan als Zeichen der Sündenvergebung.

Alle Evangelien berichten, dass sich auch Jesus selbst von ihm im Jordan taufen ließ.

Er gewann viele Anhänger im Volk, laut dem Neuen Testament gehörten auch spätere Jünger Jesu dazu (namentlich genannt: Andreas). Jesus predigte über Johannes auch als letzten Propheten des "alten Bundes".

Durch sein predigen geriet er in Konflikt mit den Pharisäern und Sadduzäern. Als Johannes auch noch das ehebrecherische Verhältnis des Herodes Antipas zu Herodias, der Frau seines Bruders wurde er gefangen genommen, doch aus Angst vor dem Einfluss des Propheten wurde er zunächst nicht angerührt. Durch den Einfluss Herodias wurde er jedoch später enthauptet.

 

                                                                                     

                                                                                

 

 

 

 

 

 

(Hans Baldung Grien: Kopf des Johannes, 1516, in der National Gallery of Art in Washington)

 

 

Bedeutung bis heute:

 

Johannes gilt, nach Maria, als zweit-bedeutendster Heiliger und Vorbild aller Askesen.

Der Gedenktag von Johannes dem Täufer ist der 24.Juni, der Johannistag, wobei seine Geburt gefeiert wird und nicht wie bei den meisten Heiligen sein Todestag. Das Datum leitet sich daher ab, dass Johannes nach dem Lukasevangelium sechs Monate älter als Jesus war; so wurde der Johannistag auf sechs Monate vor Weihnachten gelegt. Auch seinem Todestag ist ein Feiertag gewidmet, der jedoch wesentlich geringere Bedeutung hat als das Geburtsfest.

Seine typischen Attribute sind:

-         Fellgewand

-         Spruchband "Ecce Agnus Dei"

-         Lamm

Er gilt auch als Patron von:

Burgund, Malta und der Provence, von Florenz und Amiens; der Schneider, Weber, Gerber, Kürschner, Färber, Sattler, Gastwirte, Winzer, Fassbinder, Zimmerleute, Architekten, Maurer, Steinmetze, Schornsteinfeger, Schmiede, Hirten, Bauern, Sänger, Tänzer, Musiker, Kinoinhaber; der Lämmer, Schafe und Haustiere; der Weinstöcke; gegen Alkoholismus, Kopfschmerzen, Schwindel, Angstzustände, Fallsucht, Epilepsie, Krämpfe, Heiserkeit, Kinderkrankheiten, Tanzwut, Furcht und Hagel.

 

Johannes, der Apostel

 Sarah Döpper, Stufe 11

„Der Jünger den Jesus lieb hatte“

Johannes war der Sohn des Zebedäus. Er hatte einen Bruder namens Jakubus und war galiläischer Fischer(Mk 1,19f). Johannes war für seinen aufbrausenden Charakter bekannt, dies brachte ihm auch den Beinamen „Donnersohn“ (Markus 3,17) ein. Mit seinem Bruder gehörte er zu den zwölf Jüngern und zusätzlich war er der Lieblingsjünger Jesus. In der Bibel spricht man von Johannes auch, als „der Jünger den Jesus lieb hatte“.

Man sagt, dass Johannes nach Ephesus gegangen sei, um dort neue Schüler zu sammeln. Er wurde jedoch unter Domitan auf die Insel Patmos verbannt, wo er die „Offenbarung“ geschrieben haben soll. Nach dem Tod Domitans konnte Johannes nach Ephesus zurück kehren, wo er mit großen Ehren empfangen wurde und sein Evangelium verfasst haben soll. Im hohen Alter soll er zur Zeit Trajans friedlich gestorben sein.

Aus dem neuen Testament werden ihm das Johannesevangelium, die Johannesbriefe (fälschlicherweise) und die Apokalypse zugeschrieben.

 

Der Verfasser des Johannesevangeliums

 

Vor 200 Jahren wurde Johannes, der Apostel, als Verfasser des Johannesevangeliums identifiziert. Wenn dies so stimmt, war Johannes ein Augenzeuge, der authentisches Material geliefert hat, da er in dieser Zeit, als ein Jünger Jesus lebte und somit alles real miterlebt hat. Doch dagegen spricht, dass sein Buch (das Johannesevangelium) von seinen Schülern herausgegeben wurde, die es sogar mit einem Anhang versahen (z.B. 6,51b-58). Auch sonst sollen sie einige Sätze eingebaut haben. Weiterhin gibt es keine historisch zuverlässigen Hinweise, die Johannes mit dem Verfasser identifizieren. Das Johannesevangelium ist ein Glaubensbuch der christlichen Gemeinde, mit dem der Evangelist die Absicht hatte, der Gemeinde die entscheidenden Aussagen des

christlichen Bekenntnisses zu verdeutlichen, d.h. dass das Johannesevangelium ein theologisches Buch für das Christentum darstellt.

Das Johannesevangelium unterscheidet sich beträchtlich von den Evangelien der Synoptiker. Es gibt nur wenig Inhaltliche parallelen wie z. B. der Täuferbericht (Joh 1, 19-28), die Tempelreinigung (Joh 2, 13-16), das Speisewunder (Joh 6, 1-15), der Seewandel (Joh 6, 16-21) und die Passionsgeschichte (Joh 18,1). Ansonsten hat der synoptische Stoff im Johannesevangelium keine Entsprechung. Hauptsächlich wird das Johannesevangelium durch die Reden Jesu geprägt, die in sich geschlossene Einheiten bilden. Gleichnisse sind im Johannesevangelium gar nicht zu finden und auch gibt es nur zwei Bildreden (vom guten Hirten Joh 10 und vom Weinstock Joh 15).

Im Johannesevangelium wird Johannes nicht erwähnt. Allerdings wird er mit “dem Jünger den Jesus lieb hatte“ in Verbindung gebracht, der dreimal in der Bibel erwähnt wird, dieser durfte rechts des Tischherren (Jesus) sitzen, der als Ehrenplatz galt (vgl. 13, 23. 25; 21, 20).

 

Johannes soll auch noch die Johannesbriefe verfasst haben. Heute weiß man allerdings, dass diese ihm fälschlicher Weise zugeschrieben werden.

Obwohl Johannes nicht der Verfasser der Johannesbriefe ist, gibt es viele Indizien, die zeigen, dass die drei Johannesbriefe und das Johannesevangelium eng miteinander verbunden sind.

 

Wirkungen bis heute

 

Bis heute hat Johannes eine große Bedeutung für das Christentum. Dies vor allem wegen seines Evangeliums, das einen bedeutenden Teil im neuen Testament einnimmt. Daneben wird Johannes aber auch als Person bis heute im Christentum verehrt. Am Johannestag, den 21. 06. wird der nach ihm benannte Wein, die „Johannesminne“ geweiht. Danach reicht der Priester den Wein der Gemeinde, die mit ihm die Liebe Johannes kosten darf und damit vor Krankheiten und Gefahren geschützt wird.

 

Johannes „Der Seher von Patmos“

                                   Wer war Johannes, der Seher?

Im Vorfeld möchte ich klarstellen, dass der Johannes, von dem ich berichten werde, nicht identisch ist mit Johannes, dem Evangelisten, oder Johannes, dem Jünger Jesu, obwohl diese 3 Personen volkstümlich in einer Person vereinigt werden.

Über Johannes, dem Autor der Apokalypse, ist fast nichts bekannt.

Er lebte zu der Zeit Domitians um ca. 80 n. Chr..

Es heißt, dass Domitian ihn nach dem Leben trachtete und ihn gefangen nehmen ließ.

Er soll ihn in siedendes Öl geworfen lassen haben, doch Johannes entstieg diesem nach einiger Zeit, als ob er ein erfrischendes Bad genommen hätte.

Dies war Domitian nicht geheuer und er verbannte Johannes nach Patmos, wo er um 96

 n. Chr.  Seine Johannes Apokalypse schrieb.

 

Die Apokalypse des Johannes

Apokalypsen sind meist Visionen (etwas in Trance etc. Gesehenes) oder Auditionen ( etwas in Trance etc. Gehörtes) von einzelnen Personen, die diese meist schriftlich festgehalten haben.

Weil diese Visionen nur einzelnen Personen widerfährt, ist es schwer ihre Echtheit zu beweisen. Hundertprozentige Sicherheit gibt es allerdings nie Apokalypsen handeln meist vom Weltuntergang oder von einer Weltneuordnung.  

Die Apokalypse des Johannes handelt von der Ausbreitung der Ungläubigen und von der folgenden Neuordnung zu einer von Gläubigen regierten Welt. In einer Art Einleitung stellt der Autor sich als Knecht Johannes vor und sagt, dass ihm diese Offenbarung durch einen Engel, der von Gott gesandt wurde, zuteil wurde. Danach folgen sieben von Jesus diktierte „Sendschreiben„ an  die sieben Engel der Gemeinden Asiens. In denen kritisiert er die Tätigkeiten der Engel in den Gemeinden.  

Schon in den Briefen erkennt man, dass sieben eine sehr wichtige Zahl in der Offenbarung ist. Es wird von sieben Gemeinden und  sieben Engel berichtet. Später werden auch noch sieben Siegel, sieben Posaunen und sieben Donner erwähnt.  

Wie in Apokalypsen üblich, schrieb auch Johannes nicht in „normaler“ Sprache, sondern benutzt sehr viele sprachliche Bilder.

Er spricht von Ungeheuern, die das Böse symbolisieren und von einem lammähnlichen Wesen, dass für die Unschuld steht.

Eigentlich ist seine ganze Offenbarung ein einziges Bild. Man muss nämlich wissen, dass die Offenbarung nicht auf die darin erwähnten Gemeinden bezogen werden sollte, sondern sie eigentlich den Kampf von gut und böse in der Seele jedes Einzelnen darstellt.

Manchmal nimmt das Böse überhand, manchmal gewinnt das Gute die Kontrolle zurück.

Aber am Ende siegt das Gute, das Ungeheuer wird besiegt, die Ungläubigen sterben und die Gläubigen, die dem Bösen widerstanden haben, regieren mit Christus die Welt.

 

Die Bedeutung der Johannesoffenbarung in der Zeit

 

Die Offenbarung ist das wohl rätselhafteste Buch des neuen Testaments.

Es gibt unendlich viele Interpretationen. Die von mir zuvor geschilderte ist eine der vielen.Man kann nicht sagen, dass sie die einzig richtige ist, weil dies natürlich nicht stimmt. Noch heute zerbrechen sich noch viele Theologen den Kopf darüber, was Johannes mit seiner Schilderung aussagen wollte. Im Mittelalter wurde die Johannesoffenbarung sogar genutzt, um die Kreuzzüge zu rechtfertigen:

„ Kehr nun um ( Bekehre dich), Sonst komme ich bald und werde sie mit dem Schwert aus meinem Mund bekämpfen ( den Schwert meines Mundes).“ In einer englischen Miniatur aus dem Anfang des 14.Jahrhunderts wird Jesus mit einem Schwert im Mund als Anführer der englischen Kreuzritter gezeigt.  

In der heutigen Zeit hat die Offenbarung für die meisten Leute keine besondere Bedeutung mehr. Wahrscheinlich ist sie zu kompliziert geschrieben um noch in unsere Welt zu passen. Kaum jemand gibt sich noch die Mühe etwas zu lesen, was man nicht direkt versteht und über was man nachdenken muss.

Somit müsste man die Offenbarung erst mit erklärenden Untertiteln verfilmen , um sie an die Mehrheit der Bevölkerung heranzutragen.

 

 Judas der Verräter

                                                                                     Luisa Naumann

 

Judas mysteriöse Vergangenheit

Über Judas Herkunft erfahren wir nicht viel aus der Bibel, nur soviel, dass er der einzige unter den Jüngern war, der nicht aus Galiläa , sondern aus dem Süden kam, was ihn zu Beginn auch zum Außenseiter machte. Seinem Namen ist abzuleiten , dass er wahrscheinlich aus Karioth , eine Stadt, die im Süden Palästinas liegt, kam. Doch das ist auch nur eine der vielen Interpretationsmöglichkeiten, die sein Name bietet: Manche Sprachwissenschaftler übersetzten seinen Nachnamen „ Iskarioth“ auch als „Mann des Truges“ oder einen Hinweis auf die Zugehörigkeit zu den „Sikkariern“ und selbst sein Vorname gibt Grund zur Spekulation, worauf ich später noch einmal zurückkommen werde. Zusammenfassend kann man sagen, dass sein Leben vor der Begegnung mit Jesus für uns ein Geheimnis bleibt.

Judas, berühmt berüchtigt

 

Obwohl er während seiner Zeit als Apostel nicht  besonders hervorsticht, ist er bestimmt einer der bekannteren Figuren des Neuen Testaments. Wie bereits erwähnt, war Judas einer der zwölf Jünger Jesu. Es könnte gut sein , dass Judas in Jesus den Messias sah und hoffte, daß dieser Israel von den Römern befreien würde. Vielleicht war es die Enttäuschung darüber, dass das nie geschah, die Judas dazu veranlasste kurz vor dem Passamahl zu den Hohepriestern zu gehen um mit ihnen ein Geschäft zu vereinbaren. Judas sollte Jesus verraten und ihn sozusagen ausliefern, indem er ihn identifiziere und im Gegenzug  würde er 30 Silberlinge erhalten, was in etwa dem Monatsgehalt eines Legionärs entsprach. Die Zahl 30 spielt schon im alten Testament eine Rolle und ist auch im Namen Judas wiederzufinden. Im Hebräischen wird jedem Buchstaben ein Zahlenwert zugeordnet und die Summe der Buchstaben des Namen „Judas“ ergibt 30. Ob es sich hierbei um einen Zufall handelt?

 Es ist fragwürdig, ob er diese Tat aus Habgier begangen hat, denn die Belohnung war lächerlich gering.

Beim Abendmahl nun treffen sich die Jünger mit Jesus und er verkündet ihnen, dass einer ihn verraten würde. Sie beginnen zu diskutieren wer von ihnen gemeint sei, Jesus verrät ihnen nur soviel, daß derjenige mit ihm die Schüssel teile. Er weiß, daß Judas ihn ausliefern wird, lässt ihn aber gewähren. Als Judas glaubt erfahren zu haben wo Jesus die Nacht verbringen werde, macht er sich davon um seine Verbündeten zu benachrichtigen.

Der Garten Gethsemane war der Platz, den Jesus und seine Jünger häufig nutzten um sich zurückzuziehen und das war eigentlich kein Geheimnis. Deswegen ist es merkwürdig, daß die Hohepriester einen Informanten benötigten um Jesus aufzuspüren. Auch das sie Jesus nicht selbstständig erkannt hätten ist fragwürdig. Sie brauchten ein Zeichen Judas um ihn zu identifizieren, den Begrüßungskuß, der üblich war unter den Jüngern. Jesus wird von den Bewaffneten mit denen Judas gekommen ist 40 Sunden vor seiner Kreuzigung verhaftet. Die letzten Worte, die er an Judas richtet; sind: „ Das ist es, wozu du (also) hier bist? Mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?“

Wie Judas mit der Last der Schuld umging ist nicht eindeutig. Im Buch des Matthäus bereut er seine Tat, will das  schmutzige Geld den Hohepriestern zurückbringen. Doch diese wollen nichts von ihm wissen, er wirft die Silberstücke in den Tempel und „dann ging er weg und erhängte sich.“ (Mt; 27,3)

Petrus spricht im Kreise der (120) Brüder: „Mit dem Lohn für seine Untat kauft er sich ein Grundstück. Dann aber stürzte er vornüber zu Boden, sein Leib barst auseinander, und alle Eingeweide fielen heraus.“

 

 

Alles vergeben und vergessen?

 

Judas Wirkung auf unsere Zeit ist nicht zu verkennen, wo er uns doch an seinem Beispiel zeigt wie man sich gerade nicht verhalten soll, wenn man versagt. Das wird deutlich wenn man seinen mit dem Fall Petrus´ vergleicht. Auch Petrus hat versagt, denn er hat in der Nacht der Verhaftung Jesu seinen Herrn 3 mal verleugnet. Natürlich hat Jesus ihm vergeben und ist für seine Sünde am Kreuz gestorben. Petrus konnte einen Neuanfang machen, Judas hingegen hat sich isoliert und später sogar selbst gerichtet. Vielleicht hat er die Bereitschaft Jesu zu Vergeben unterschätzt.

Andererseits muss man Judas zugute kommen lassen, daß er die Erfüllung des Heilsplans ermöglicht hat, indem er Jesus ans Kreuz brachte. Es gibt sogar Diskussionen darüber ob man ihn nicht vielleicht heilig sprechen sollte.

Leider hatte man den Namen „Judas“ mit Juden gleichgesetzt und ihnen dessen Eigenschaften zugeschrieben, wie zum Beispiel Habgier und Geldsucht, aber auch die Schuld am Tod Jesu,  und benutzte  dies zur Begründung antisemitischer Einstellungen.

Die Geschichte Judas hat auch viele Künstler bewegt, denn seiner Person widmen sich viele Gemälde, wie zum Beispiel „Das Abendmahl“ von Leonardo Da Vinci, und selbst Bräuche,  die mit ihm zusammenhängen, wie das „ Judasfeuer“, das vor allem in katholischen Ländern zu sehen ist. Dabei wird eine Puppe Judas verbrannt, in Italien baumelt zuweilen noch eine Puppe über dem Kirchenportal.

     


Kaiphas der Hohepriester

                                                                                                                                                                                  

 Michael Remmel

 

Oberster Priester und Politiker:

 

Der Hohepriester Kaiphas war der Vorsitzende des Hohen Rates , genannt Synhedrium, wo er als hochgeachteter und wichtiger Mann , die Spitze der obersten jüdischen Behörde repräsentierte.

Kaiphas war der Schwiegersohn seines Vorgängers ‚Hannas’ und war von 18 bis 37 n. Chr. Inhaber seines Amtes.

Der Hohepriester war wie alle 71 Mitglieder des Synhedriums ein Sadduzäer.

Die Sadduzäer wurden im Volksmund als die Elite der Juden bezeichnet.

Wegen der Zusammenarbeit mit den römischen Besatzern waren sie beim Volk - im Gegensatz zu den beliebten Pharisäern und Wanderpredigern - sehr verhasst.

Sie waren traditionelle Anhänger des Tempelkults, von dem sie durch die Tempelhändler ihren Reichtum bezogen.

Die Sadduzäer glaubten nur an die schriftlichen Gesetze Moses im Alten Testament. Sie glaubten nicht an die Engel, die Vorsehung, das Fortleben der Seele nach dem Tod sowie an mündliche Überlieferungen (Talmud).

 

Aufgaben und Machtstellung:

 

Kaiphas war als Hoherpriester die wichtige Schaltstelle der Juden zu den römischen Besatzern, zu denen er ein gutes Verhältnis hatte. Dadurch erklärt sich seine lange Amtszeit. Insbesondere mit Pontius Pilatus bildete er ein eingespieltes, machtbewusstes  Tandem.

Die Hauptaufgabe des Hohenpriesters war es, im Volk für Ruhe zu sorgen und Störenfriede wegzuschaffen. Gemeinsam mit dem Synhedrium urteilte er in Fällen wie der Anstiftung einer Stadt zum Götzendienst und er erhob Anklage gegen falsche Propheten oder Hohepriester.

Dem traditionsbewussten Kaiphas war es vorbehalten , die kultischen Handlungen am großen Versöhnungstag, dem Neumondfest, den drei Wallfahrtsfesten und den Kult im Tempel zu verrichten.

Was den Hohenpriester Kaiphas aber bekannt machte war das Todesurteil , das er über Jesus Christus verhängt hatte.

Das Synhedrium konnten Jesus Weissagung über die Zerstörung des Tempels, die beim Volk auf Aufmerksamkeit stieß, nicht unbeachtet lassen.

Sie empfanden dies als einen Frontalangriff auf den Tempelkult.

Nachdem Judas Jesus an den Hohenpriester Kaiphas und das Synhedrium verraten hatte, suchte Kaiphas mit Hilfe falscher Zeugen Gründe, um Jesus zum Tode zu verurteilen. In den Evangelien wird erwähnt, dass auch der Neid auf Jesus, der beim Volk sehr angesehen war, eine Triebfeder ihres Handelns darstellte.

Während seines Verhörs attackierte Jesus mit seiner Aussage: „ Siehe, ein Größerer denn Moses stehet hier“ , eine Glaubensgrundlage der Sadduzäer.

Somit machte er sich Kaiphas zum Todfeind.

Der Hohepriester konnte einen solchen Angriff, der seinen Glauben in Frage stellte, nicht hinnehmen. Er  klagte Jesus wegen Gotteslästerei an und verurteilte ihn zum Tode.

Dank seiner guten Beziehungen wurde das Urteil von Pontius Pilatus vollstreckt.

 

 

Die Bedeutung des Kaiphas aus heutiger Sicht:

 

Heute wird Kaiphas oft als der Hauptschuldige an Jesus Tod genannt, der zugleich die Juden gegen Jesus aufgehetzt, ihn am Kreuz verspottet und seine Auferstehung geleugnet hat. Man wirft ihm ebenfalls vor, dass er Pontius Pilatus aufgefordert habe, Jesus zu kreuzigen. Allerdings ist  noch immer unklar, ob Kaiphas nicht selbst durch den Hohen Rat zu seinem Urteil gezwungen wurde. Wenn nicht müsste es dann nicht „[...] gelitten unter dem Hohenpriester Kaiphas [...]“ im Vaterunser heißen ?

 

 

 

 

 

Danielle Meeker

Lukas

 

 Der erste Kirchengeschichtler

 

  Lukas war sehr beschäftig.  Er hat nicht nur das Evangelium nach Lukas geschrieben, das größte Evangelium, er hat auch die Apostelgeschichte geschrieben.  Es ist wirklich schade, dass wir so wenig über eine so wichtige Person wissen.  Lukas ist entweder in Antiochia oder Phillipi geboren, die meisten der Geschichtler sind der Meinung, in Antiochia, weil Antiochia in seinen Werken oft erwähnt wird.  Wie zum Beispiel in der Apostelgeschichte Verse 11.19-27, 13.1, 14.18-21, 25, 15.22, 23, 30, 35, 18.22.  Er war wahrscheinlich Grieche, denn er schrieb in einem griechischen Stil mit einem großen Wortschatz. Jedoch versteht er auch viel von jüdischen Gewohnheiten.     

  Paulus ist unsere beste Quelle für Information über Lukas, weil Lukas ein Begleiter des Paulus war, und  er bis zum  Ende bei ihm geblieben ist. ( „Nur Lukas ist noch bei mir.“ 2 Timotheus 4.11) In dem Brief an die Kolosser von Paulus lernen wir das Lukas Arzt war („Auch der Arzt Lukas, unser lieber Freund, und Demas grüßen euch.“ Kolosser 4.14)  Niemand weiß genau wann Lukas das Evangelium und die Apostelgeschichte geschrieben hat, aber es war wahrscheinlich während Paulus Zeit im Gefängnis. 

 

Das lukanische Geschichtswerk

             

 

Geschichtler sind ziemlich sicher, dass Lukas der Schriftsteller des Evangeliums nach Lukas und der Apostelgeschichte ist, obwohl weder das Evangelium noch die Apostelgeschichte dieses aussagt . Er wird nie in der Apostelgeschichte erwähnt, aber wir haben viele Beweise dafür.  Beide Bücher sind dem „hochverehrten Theophilus“ gewidmet. (Es ist ein griechische Gewohnheit, ein Werk einer bedeutenden Person zu widmen.)  Die Apostelgeschichte weist auf das Evangelium hin. In der Apostelgeschichte fängt der Autor mit dem Pronomen „wir“ an. ( Verse 16.11. )  Das zeigt, dass er  Paulus begleitet hat, nachdem dieser Troas besucht hatte. Die Beschreibung passt am besten zu Lukas, weil er ein Begleiter des Paulus war, ein gebildeter Mensch (Arzt), und ein Heide war.

 Das Evangelium nach Lukas wurde im Jahre 80-90 geschrieben und hat den Zweck die Evangelien nach Mattäus und Markus zu unterstützen. Lukas sagt ganz deutlich im Evangelium Vs. 1.3-4, „Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben.  So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.“ Lukas hat das Evangelium nach Markus und eine andere Quelle, Quelle „Q“ benutzt, um es zu schreiben. Lukas unterscheidet sich von den andere Evangelien darin, dass es viel mehr Parabeln gibt, besonders in Jesus‘ letzten Tagen.  Die Hauptthemen sind die Gleichheit der Juden und Heiden, der heilige Geist als Mittelpunkt, und die Wichtigkeit von Gebeten. Lukas erwähnt öfter, dass Jesus gebeten hat, besonders vor wichtigen Gelegenheiten. Der bedeutendste Vers ist 19.10: „Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“

  Die Apostelgeschichte wurde auch zwischen dem 80-90 Jahr geschrieben. Es geht um die frühe Kirche und die Verbreitung des Christentums. Es fängt mit einer Zusammenfassung des Evangeliums, seinem früheres Werk, an. Daraus lässt sich die Missionserfolge schließen, aber auch die Streitereien zwischen den christlichen Begleitern, wie zum Beispiel Paulus und Barnabas. Lukas strebt an immer objektiv zu sein. Er erzählt nicht nur über Paulus, sondern auch über Petrus‘ Taten, obwohl Lukas nur ein Zeuge bei Paulus’ Reisen und Reden war.  Ein wichtiger Vers ist: „Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“ 

 

Die Wirkungsgeschichte: eine Quelle des Glaubens

 

Der Glaube braucht sachliche Unterstützung, um zu leben. Deswegen ist Lukas‘ Werk wichtig für jeden Gläubigen, weil es historisch und geographisch genau richtig ist. Lukas benutzt viele historische und geographische Kleinigkeiten in beiden seiner Bücher. Vor kurzem haben Archäologen viele biblische Nachschläge archäologisch nachgewiesen. Es wurden Münzwidmungen von Pontius Pilate gefunden, die ihn als Statthalter von Judäa beschreiben, wie es auch in Lukas 3.1 beschrieben wird. Es  war nichts über Derbe, eine Stadt, die Lukas in der Apostelgeschichte 14.20 erwähnte bekannt. Aber es wurde auch eine Widmung gefunden. Wenn solche Dinge richtig bewiesen werden konnten, können Leute an die anderen, geistlichen Forderungen in Lukas‘ Bücher glauben.

                                 

 

 

 

Maria-Die Gottesgebärerin?

 

                                                                                                          Von Piera Sofia     

Die "jungfräuliche" Mutter Jesu

 

Maria,die Frau die nach der Bibel Jesus,dem Heiland, das Leben schenkte.Sie spielt eine, meiner Meinung nach, wichtige Rolle in der Bibel.Maria gilt als die Verlobte Josefs.Der Bibel zu folge sei sie zu dem Zeitpunkt der Empfängnis noch jungfrau gewesen,dem zufolge wird dies von einigen als Wunder gesehen.Andere wiederrum behaupten dieses Wort "Jungfrau"sei nur ein Übersetzungsfehler und bedeute in Wirklichkeit "junge Frau".Diese Weise der Übersetzung würde uns eher ansprechen,denn biologisch gesehen wäre eine solche Empfängnis garnicht möglich gewesen.

 

Die junge Frau soll der Bibel nach vom Engel Gabriel erfahren haben,dass der Herr sie auserwählt hatte, den Heiland,seinen Sohn, zu gebären.Damit war sie zwar eine einfache jedoch besondere Frau.Als Josef von ihrerSchwangerschaft gehört hatte misstraute er ihr anfangs,da sie ja dieses Kind nicht mit ihm gezeugt hat.Dieses Misstrauen verschwand aber bald.Die beiden machten sich  eines Tages auf den Weg zu einer Volkseinschätzung nach Bethlehem.Dort kamen sie jedoch nie an denn es stellte sich heraus ,dass Maria genau an jenem Tag ihren Sohn gebären sollte.Da sie aber keinen Platz in einer Herberge fanden bekam sie ihr Kind in einer Krippe.Viele hatten von der Geburt des Heilands gehört und hatten sich mit Geschenken auf den Weg gemacht ihn zu sehen.Ein Wunder war vollbracht und so wurde Maria später als Representantin Israels in der Stunde der Erfüllung seiner Hoffnung anerkannt.

 

 

Maria, nur ein Mittel zum Zweck

 

Einige Textstellen in der Bibel zeigen, dass das Verhältnis zwischen Maria und ihrem Sohn Jesus etwas angespannt war. Durch einige dieser Textstellen könnte der Eindruck vermittelt werden, dass Jesus seine Mutter nicht als Mutter, sondern nur als gläubige Person respektiert. Er sagt an einem gewissen Punkt, dass er diejenigen liebt, die sich an Gottes Wort halten und an ihn glauben. Er spricht kaum über die Gefühle, die er seiner "Familie" gegenüber hat. Außerdem nennt er Maria immer nur "Frau" und nicht Mutter. Das zeigt meiner Meinung nach ,wie kalt das Verhältnis zwischen ihnen war. Er verachtet seine Mutter zwar nicht jedoch wird deutlich, dass Familie für ihn nicht an erster Stelle steht sondern ganz und allein Gott. An manchen Stellen kommt es so rüber als würde Maria oft nicht ernst genommen werden.Dabei war sie es doch, die mit Jesus leiden musste. Sie war diejenige, die zuschauen musste , wie ihr Sohn verraten, gequält und gekreuzigt wurde.Maria litt an seinem Kreuz und danach an seinem Grab.Daher wird sie heute auch als "Schmerzensmutter" verehrt.Maria führte ein schweres Leben,da zu diesen Qualen noch die Lästereien der Menschen hinzukamen.

Sie war eine ungebildete einfache Frau und gerade sie hatte den Heiland -das Besondere- auf die Welt gebracht.Diese Tatsache ließ sie noch unwichtiger erscheinen.Jedoch am Tage der Kreuzigung Jesu als sie vor dem Kreuz stand versprach sie ihrem Sohn die Rolle der Mutter aller seiner Anhänger zu übernehmen.Wurde sie von ihrem eigenen Sohn bloß für seine eigenen Vorteile ausgenutzt?Ich denke da gibt es verschiedene Meinungen,aber alles in einem kann man sagen,dass Jesus seine Mutter schon geliebt hat jedoch vielleicht einfach nur auf seine eigene Art und Weise. 

 

Maria,die Gottesgebärerin

 

Maria wird mittlerweile auf jede nur erdenkliche Art und Weise verehrt:Die Marienverehrung kam etwa im 4. Jahrhundert im Osten auf.Diese ist die Wertantwort auf die Heiligkeit Marias auf ihren tätigen Anteil am Erlösungsgeheimnis und an seiner Erfüllung in der Kirche. Maria wird als "die neue Eva" und als Vorbild bezeichnet.In der Bibel "spielt"sie die wichtigste Frauenrolle.Die "Eigenschaften",die bei ihr zur Verehrung verhalfen sind zum einen, dass sie zum Zeitpunkt der Empfängnis und auch noch danach frei von Sünden war und auch blieb und zum anderen,dass sie auserwählt dem Sohn Gottes das Leben zu schenken.In katholischen und orthodoxen Kirchen wird sie sogar als Gottesgebärerin bezeichnet. Lange Zeit wurde gestritten und diskutiert, ob sie nun eine Gottesgebärerin ,oder nur eine normale Menschengebärerin sei. Im Jahre 431 wurde vom Konzil von Ephanesus ihr "Titel" als "Gottesmutter" bestätigt.

Zu Ehren der Mutter Gottes wurden mehrere bedeutende Festtage eingeführt.Einer davon ist zum Beispiel der 15.August jeden Jahres.An jenem Tag feiert man die sogenannte Himmelfahrt Marias.Dieses Fest ,an dem die Aufnahme Marias in den Himmel celebriert wird,wurde etwa im 7. Jahrhundert von der Westkirche übernommen.1950 wurde die Bedeutung des Festes durch die Dogmatisierung der Aufnahme Marias mit Leib und Seele in den Himmel durch Papst Pius XII noch wichtiger.Mariä Himmelfahrt steht in Verbindung mit dem Brauchtum und wird auch Großer Frauentag genannt.

Maria wird in vielen Städten verehrt, das sieht man auch an der großen Anzahl an Gemälden ,Statuen etc.Einige Anhängergruppen bildeten sich sogar in den vergangenen Jahrhunderten. Es existieren auch viele, die sie anbeten, statt Gott  oder Jesus, vielleicht aus dem Grund, da sie die Rolle der vollkommenen Frau spielt, die das eigentlich unmögliche möglich gemacht hat.

 

Maria aus Magdala 

Alexandra Wackerow

 

1)Die Vertraute Jesu

Maria aus Magdala war eine der Frauen, die sich immer in der Nähe von Jesus aufhielten. Sie stammt aus Magdala, einer Handelsstadt am See Genezareth. Sie hatte eine schwere Geisteskrankheit, von welcher Jesus sie befreite. Aus Dankbarkeit folgte sie Jesus und seinen Freunden auf ihrem Weg und unterstützte sie mit ihren ganzen Fähigkeiten. In der Gruppe der Frauen, die Jesus folgten, hatte sie eine führende, integrierende Rolle. Sie hatte eine besondere Beziehung zu Jesus. Nach Erzählungen der Bibel war sie die Frau, die Jesus am nächsten stand-sie war seine Vertraute. Aufgrund dessen gibt es bis heute noch Spekulationen, dass sie auch eine zärtliche Beziehung zu Jesus hatte. Aus diesem Grund wurden später teilweise Einrichtungen nach ihr benannt, die sich um ehemalige Prostituierte kümmerten.

 

Maria war Zeugin der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Sie war die Erste, die Jesus nach der Auferstehung gesehen hat und die diese frohe Botschaft verkündete.

 

Die spätere Kirche hatte Schwierigkeiten mit ihr, da sie geisteskrank und trotzdem so eng mit Jesus befreundet war. Außerdem verkündete sie die Auferstehung und predigte somit. Das war ein Skandal für die Kirche, denn Sexualität mit Jesus ist in der Kirche eine Sünde und predigen ist Frauen nicht erlaubt. Somit wurde ihre Geschichte anders erzählt:

 

Sie wurde als die „große Sünderin“ bezeichnet, welche sich daraufhin später bekehrt hätte. Ihre ursprüngliche Geschichte geriet in Vergessenheit. Auch ihr Titel „Apostola apostolorum“, welchen sie bekam, weil sie die Erste war, die Jesus nach der Auferstehung sah und den Aposteln davon berichtete, wurde im Laufe der Kirchengeschichte verdrängt und in Bildern und Schriften nicht mehr tradiert.

 

 

 

2)Die Apostolin der frohen Botschaft

Maria aus Magdala spielt in der Bibel keine besonders große Rolle. Sie traf das Erste mal auf Jesus, als sie bei einem Gastmahl im Hause des Pharisäers Simon vor im niederkniete und seine Füße mit Tränen benetzte. Danach trocknete sie diese mit ihrem Haar und machte sogleich Anstalten sie mit Öl zu salben. Der Gastgeber nahm Anstoß daran, da die Frau keinen guten Ruf hatte, Jesus jedoch bat darum sie gewähren zu lassen und vergab ihr alle Schuld. Er befreite sie von ihrer Geisteskrankheit und sie folgt ihm auf seinem ganzen Weg.

 

Sie war Zeugin der Kreuzigung und Auferstehung Jesu, wo sie eine der wichtigsten Rollen hatte: Es ist der dritte Tag nach der Kreuzigung und Maria aus Magdala und andere Frauen machen sich auf den Weg zum Grabe Jesu, um den Leichnam zu salben. Ein letzter Liebesdienst für ihn. Doch es kommt ganz anders. Der Stein ist weg und das Grab offen. Völlig verwirrt läuft sie nun zu den Jüngern und erzählt ihnen, dass man den Herrn aus der Gruft hinweg genommen habe. Sie laufen allesamt zur Gruft und glauben ihr erst als sie sich jeder einzeln hineingebeugt haben und die leinenden Binden daliegen sahen. Doch die Jünger gingen wieder heim, da sie die Botschaft der Auferstehung noch nicht verstanden hatten.

 

Nur Maria blieb außen bei der Gruft und weinte. Da sah sie zwei Engel dort sitzen wo der Leib Jesu lag. Diese fragten: „Weib, was weinst du?“. Nachdem Maria ihnen erzählte, dass man ihr ihren Herrn hinweg genommen habe drehte diese sich um und sah Jesus dastehen ohne zu wissen, dass er es war. Sie hielt diesen Mann für den Gärtner, doch als er ihren Namen rief erkannt sie ihn. Er bat sie darum zu den Jüngern zu gehen um ihnen zu verkünden, dass er nun zu seinem und ihrem Vater und Gott auffahre. Maria aus Magdala gehorchte und verkündete den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und, dass er das zu ihr gesagt habe.

 

 

 

3) Die Alice Schwarzer des Neuen Testaments

Alice Schwarzer zählt heutzutage zu den populärsten Feministen der deutschen Frauenbewegung. Deswegen könnte man Maria aus Magdala meiner Meinung nach als Alice Schwarzer des Neuen Testaments bezeichnen.

 

Das geht jedoch nur, wenn man an die Geschichte, die in der Bibel erzählt wird, glaubt. Glaubt man an das, was im Laufe der Kirchengeschichte erzählt wird, also an die Maria als „Sünderin“ und „Büßerin“, kann man sie natürlich nicht als eine Feministin bezeichnen.

 

In allen vier Evangelien jedoch wird sie immer als eine sehr wichtige Jüngerin Jesu bezeichnet-vielleicht sogar die wichtigste. Sie führte in der Frauengruppe, die Jesus folgten, eine führende, integrierende Rolle und wird in der Bibel als einzige Frau immer mit vollem Namen angesprochen. Sie wird von Jesus als Verkünderin des Glaubens zu den männlichen Aposteln gesandt. Diese Beauftragung zur Glaubensverkündung durch Jesus selbst macht sie zur Vorreiterin für alle Frauen, die Zugang zu den geweihten Ämtern in der römisch-katholischen Kirche fodern.

 

Wohlmöglich war sie damals ein kleiner Anfang der Frauenbewegung. Es gibt einen Verein, die sich nach ihr benannt hat. Dieser ist eine christliche Frauengruppe und hat den Zweck, die Situation in der Kirche grundlegend zu verbessern und eine erneuerte Kirche anzustreben, in der Frauen und Männer in allen Belangen gleich sind. Somit kann man Maria aus Magdala zumindest in der Kirche als eine Feministin bezeichnen-die Feministin des Neuen Testaments.

 

 

Matthäus der Heilige

 

 

Elisabeth Kluge

 

Matthäus` Berufung

 

Matthäus war Zöllner in der antiken Hafenstadt Kapernaum am See Gennesaret, wahrscheinlich im Dienst des Herodes Antipas.

 

Markus nennt ihn in der Berufungsgeschichte „Levi, Sohn des Alphäus“, Lukas nennt ihn nur „Levi“ und in der Apostelgeschichte heißt er einfach „Matthäus“.

 

Da Jesus nicht nur fromme und angesehene Leute in seine Nachfolge berufen wollte, nahm er auch den Zöllner Levi in den Kreis der zwölf Apostel auf.

Von diesem Tag an trug Levi den Namen „Matthäus“.

 

Der Name Matthäus ist althebräisch oder aramäisch und bedeutet „Geschenk Jahwes“.

 

Anlässlich seiner Berufung gab Matthäus für Jesus und seine Begleitung ein Festessen.

Als die Pharisäer sahen, dass Jesus mit Zöllnern und Sündern aß und Tischgemeinschaft hielt, fragten diese Jesu Jünger: „Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?“. Als Jesus dies hörte sagte er: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“

 

Der Beruf des Zöllners lässt darauf schließen, dass Matthäus sowohl über Durchsetzungskraft als auch über eine gewisse Bildung verfügt hat, da er gut rechnen konnte und sowohl die aramäische als auch die griechische Sprache beherrschte.

Doch Matthäus wurde gerade wegen seines Berufs als Steuereintreiber von den Juden verachtet, da er im Dienst der römischen Besatzungsmacht stand.

 

Einige Jahre nach Jesu Kreuzigung und Auferstehung soll Matthäus Palästina in Richtung Persien und Äthiopien verlassen haben, um dort das Evangelium zu verkünden und Heidenmissionen zu betreiben. Dort, in Äthiopien, erweckte er den Sohn des Königs Egippus zum Leben und heilte dessen Tochter Ephigenia vom Aussatz.

 

Spärlich sind die Überlieferungen über sein weiteres Leben.

 

Nach einigen Quellen hat er als Vegetarier gelebt und ist eines natürlichen Todes gestorben. Andere Überlieferungen wissen um den Tod im Feuer, oder der Steinigung.

 

 

Matthäus, Apostel und Evangelist

 

Matthäus ist im Neuen Testament einer der zwölf Apostel von Jesus Christus.

Der christlichen Überlieferung zufolge war er der Verfasser des ersten Evangeliums und daher einer der vier Evangelisten.

 

Matthäus taucht in den neutestamentlichen Berichten über die Apostel nicht sehr häufig auf. Drei der Evangelisten erzählen die Geschichte seiner Berufung, einer berichtet von einem Fest, das er gab, um den Wendepunkt in seinem Leben zu feiern (Lukas 5,29), und drei erwähnen, dass er tatsächlich einer der zwölf Apostel war (Matthäus 10,3; Markus 3,18; Lukas 6,15).

 

Die Geschichte seiner Berufung wird nicht als Teil der Geschichte eines Apostels erzählt, sondern als Zeugnis der Gnade Jesu Christi, der sich niemand entziehen konnte.

 

 

Matthäus heute

 

Matthäus ist der Schutzpatron der Zöllner, Steuereintreiber und Bankkaufleute.

 

Matthäus` Reliquien liegen seit 954 in der nach ihm benannten Kathedrale von Salerno, die 1085 von Papst Gregor VII. geweiht wurde und bald ein wichtiger  Wallfahrtsort wurde.

 

Die Redensart „es ist Matthäi am letzten“ ist seit dem 16. Jahrhundert verbreitet und meint, der Betreffende habe kein Geld mehr – das bezieht sich auf Matthäus` Beruf als Steuereintreiber.

 

Sein Fest wird am 21. September gefeiert.

Bauern galt der Gedenktag des Matthäus als Beginn der Winterzeit und als wichtiger Lostag für das Wetter.

 

In der Nacht zum Gedenktag konnten junge Mädchen mit Hilfe von im Wasser schwimmenden Papierfetzen erfahren, wann mit einer Hochzeit zu rechnen sei und mit wem diese erfolge.

 

Auch das Weihwasser wurde teilweise auf Matthäus zurückgeführt.

 

Die Theologie des Matthäus zielt deutlich auf eine judenchristlich geprägte Gemeinde.

 

 

          Paulus der Missionar

 

 

                                                                                                                   Bastian Brauns

            

 

Vom Saulus zum Paulus                                                                                

 

 

Saulus wurde im Jahre 10 n. Chr. Von jüdischen Eltern in der Stadt Tarsos in Kilikien geboren. Schon in seiner Jugendzeit wurde er zum Eifer der streng väterlichen Überlieferung erzogen. Er erbte von seinem Vater das tarsische Stadt – und Reichsbürgerrecht, was zu dieser Zeit eine große Ehre war. Seine Eltern gehörten damals zu der sozial eher gehobenen Schicht an. Er erlernte den Beruf des Zeltmachers, was sich später während seinen Missionarsreisen noch als günstig heraus stellen sollte. Im Alter von 20 Jahren ging Saulus nach Jerusalem, um sich dem Torastudium zu widmen. Er überragte die Urapostel weit an Bildung.

 

Nach seinem Studium bekämpfte Saulus im wilden Glaubenseifer alle Christen, weil er die Gemeinde vernichten wollte. Jedoch als er auf dem Weg nach Damaskus war, um dort weitere Christen festzunehmen wurde er von einem hellen Licht umstrahlt. Jesus sprach zu Saulus und er fragte Saulus warum er ihn verfolge. Er solle lieber in die Stadt gehen und dort würde er erfahren was er zu tun habe. Als Jesus wieder verschwand öffnete Saulus die Augen und er stellte fest, dass er nicht mehr sah. Drei Tage war Saulus blind und er aß und trank nichts. Er konnte erst wieder etwas sehen nachdem der Jünger Hananias ihm die Hände aufgelegt hatte. Der Jünger teilte ihm mit, dass Gott ihn dazu auserwählt hatte seinen Namen den nichtjüdischen Völkern und ihren Herrschern bekannt zu machen. Saulus ließ sich direkt auf den Namen Paulus taufen und verkündete in Damaskus Jesus als den Sohn Gottes. Das war die Bekehrung des Saulus zum Paulus.

 

Da Paulus dazu auserwählt war das Evangelium zu verbreiten unternahm er später noch 3 Missionsreisen die ihn später bis nach Rom führten. Während seiner Missionsreisen führte er ständig einen Briefwechsel mit den neu gegründeten Gemeinenden. Die Paulinischen Briefe sind wohl das größte Werk des Paulus.

Seine 1. Missionsreise führte ihn nach Zypern und ins südliche Kleinasien. Mit seiner 2. Missionsreise hatte er das Ziel Menschen in Mazedonien und Griechenland zu bekehren. Seine 3. und letzte Missionsreise brachte Paulus schließlich nach Ephesus, Korinth und dann nach Rom, wo er unter Nero am gleichen Tag wie Petrus am 29.6.67 hingerichtet wurde.

 

 

 

Die Predigt des Paulus

 

 

Das zweifelsohne größte Werk des Paulus im neuen Testament sind seine Paulinischen Briefe. Sie wurden während seiner 3 Missionsreisen verfasst und berichten über die Probleme

und Glaubensfragen der christlichen Gemeinden. Insgesamt gibt es 13 Briefe von denen aber wohl nur 7 von ihm selbst stammen. Durch die Briefe erfahren wir auch viel über die Zeit vor Entstehung der Evangelien. Die Briefe sind allesamt von hochtheologischer Bedeutung und von einem unschätzbar großem theologischen Wert für die Kirche. Es gibt viele Passagen in den Briefen die unglaublich schön geschrieben wurden.

                           

 

 

Mit anderen Passagen vor allem in den Römerbriefen beschäftigt man sich stundenlang, weil sie nicht einfach nur hingeschrieben wurden. In jedem Satz gibt es einen besonderen Sinn über den man sich erst mal im klaren sein muss. Z.B. im 5. Kapitel der Römerbriefe, wo es heißt, dass sich durch die Bewährung die Hoffnung festigt.

 

 

Sein Hauptwerk während seiner Reisen waren neben seinen Briefen seine Predigt .

Das Haupt -Augenmerk seiner Predigt ist die Gnade Gottes, die er den Menschen erweist. Der Mensch lebt nur allein durch diese Gnade und er wird ebenso wieder von ihr gerettet und geheilt. Den Kreuztod Christi interpretiert Paulus so, dass Gott Christus zum Sieger über die Macht der Sünde gemacht hat. Seine Zuhörer fordert er immer auf, nicht ihre Sünden zu bereuen, sondern Gottes Sieg über alle Sünden durch das Kreuz Christi zu verkünden.

 

Ein weitere Teil seiner Predigt war, dass Jesus der Messias Gottes und der Heiland der Welt ist. Ebenso verbot er es den Christen endgültig über Israels Gottesbeziehungen zu urteilen. Wie bedeutsam sein Römerbrief für die Kirchengeschichte war sieht man auch noch daran, dass Augustinus und Martin Luther ihre eigentliche Bekehrung auf den Brief zurückführten.

 

 

 

Keine Kirche ohne Paulus

 

 

Generell kann man über Paulus sagen, dass es ohne ihn die christliche Kirche nie gegeben hätte. Er machte sich auf um das Evangelium in die damals bekannte Welt zu verbreiten. Obwohl seine Reisen immer anstrengend waren und es ihm zum Teil sehr schlecht ging machte er sich immer wieder auf um das Evangelium zu verkünden. Während seiner Reisen verbrachte er auch oft längere Zeit in Gefangenschaft und er wurde sehr oft ausgepeitscht. Insgesamt legte er ca. 7800 km an Land und ca. 9000 km mit dem Schiff zurück, was einem zu dieser Zeit schier unglaublich vorkommt.

 

Dazu kommt das heutzutage sämtliche Fragen des christlichen Glaubens mit Hilfe der Paulinischen Briefe geklärt werden.

 

 

 

Simon Petrus

                                                                            von Heidemarie Diemer

 

Vom Fischer zum Jünger

Petrus wurde etwa um 0 geboren und stammte aus Betsaida, einer Stadt, die nahe an der Mündung des Jordan in den See Genezareth lag. Dort ging er mit seinem Vater Jonas (oder auch Johannes) und seinem Bruder Andreas der Fischerei nach. Später zogen er und sein Bruder nach Kapernaun in Galiläa. Er war verheiratet und lebte mit seiner Schwiegermutter zusammen. Mit seinem Bruder arbeitete er immernoch als Fischer. Wie Petrus ein Jünger von Jesus wurde wird in jedem Evangelium anders beschrieben. Auf jeden Fall ist er aber mit seinem Bruder eine der ersten Jünger. Bei seiner ersten Begegnung mit Jesus gab dieser im den Namen "Kephas", was übersetzt "Fels" bedeutet. Jedoch erst als Jesus anfing zu predigen gab er die Fischerei auf, um ihm bedingungslos zu folgen.

Der Bedrohung durch Herodes konnte er sich durch Flucht entziehen. Er ging als  Apostel der Juden Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre nach Rom. Petrus wurde der erste Papst von Rom. Dort verfasste er außerdem kurz vor seinem Tod die beiden Briefe, die im Neuen Testament zu finden sind. Er starb ca. 65 in Rom, während der Christenverfolgung durch Nero. Vermutlich durch einen Märtyrertod am Kreuz mit dem Kopf nach unten.

 

Der Apostel und Mutmacher

Petrus war führender Apostel im Jüngerkreis. Er wird auch als "Erster der Zwölf" bezeichnet. Sehr bekannt ist die Bibelstelle, in der Petrus, während Jesus von dem Hohenpriester verhört wird, leugnet einer seiner Jünger zu sein (Joh. 18,12ff). Jesus hatte ihm dies vorrausgesagt, dass er ehe der Hahn kräht, also am frühen Morgen, ihn 3 Mal verleugnet hat. Diese Geschichte zeigt Petrus` Seite vorschnell zu reden und zu handeln.

In der Apostelgeschichte wird er als Leiter der Urgemeinde bezeichnet, der mutig das Evangelium überall verkündet. Er galt auch als Erstzeuge der Auferstehung Jesu. Mit Jakobus und Johannes gehörte er zu den 3 Aposteln, die Jesus besonders nahe standen. Dies sieht man vor allem im Messiasbekenntnis von Petrus (Mt. 16,13ff). Als Petrus Jesus als den Sohn Gottes bezeichnet, überreicht Jesus ihm die Schlüssel des Himmelreiches. Was bedeutete, das alles, was er auf Erden löst auch im Himmel gelöst sein werde. Dies machte ihn zum ersten Bischof von Rom.

In Rom ging er auf Judenmission und tröstete die Gemeinden während einer Christenverfolgung. Dort geriet er später in einen Konflikt mit Paulus, der dann beim Apostelkonzil beigelegt wurde. Bei diesem Konflikt weiß man jedoch nicht genau, ob er nicht doch nur eine Inszenierung war.

Petrus verfasste mit Silvanus (oder auch Silas) als seinem Sekretär zwei Briefe. Den ersten Brief schrieb er kurz vor seinem Tod unter Kaiser Nero. Er richtet sich an die Gemeinden im nördlichen und westlichen Kleinasien, welche fremde und heimatlose Christen waren. Er will sie mahnen dem Glauben treu zu bleiben und voller Liebe zu sein. Und er erinnert sie daran, dass sie zum Leidensweg berufen worden sind, so wie Jesus. Im zweiten Brief schreibt er an alle die an Christus glauben. Diese will er in ihrem Glauben und in ihrer Hoffnung an die Wiederkunft Jesu stärken und sie vor falschen Lehrern, die diesen Glauben spalten, warnen. Vor allem beim ersten Brief gibt es jedoch Zweifel, ob Petrus wirklich der Verfasser war, weil der Breif eher in einem  griechischen Stil geschrieben woren ist.

 

 

Heutige Bedeutung Petri

Mit Paulus gilt Petrus als der Gründer der römischen Kirche. Ihrer beider Gräber befanden sich in Rom. Das Messiasbekenntnis von Petrus im Neuen Testament hat eine wichtige Stellung in der Geschichte des Papstes. In der katholischen Tradition hat Jesus damals Petrus als ersten Papst, zu seinem Stellvertreter auf Erden und zum Führer der Gesamtkirche gemacht. Dieses Amt überträgt sich auf alle seine Nachfolger, die Päpste. Sein direkter Nachfolger war damals Linus.

Die Patriacharte von Jerusalem und Antiochia nennen Petrus ebenfalls als ihren Gründer.

Seine einzigartige Stellung bildet sich allerdings erst gegen Ende der Antike heraus. Petrus wird vor allem als Schutzpatron der Päpste gesehen. Unter anderem der vieler handwerklicher Berufe, z.B. Schreiner, Schlosser, Uhrmacher, Maurer, Metzger und natürlich der Fischer und der Beichtenden und der Jungfrauen. Er kann angerufen werden gegen Besessenheit, Tollwut, Fieber und Diebstahl.

In der Kunst wird er hauptsächlich mit dem Begriff Schlüssel verbunden, wegen seiner Bedeutung als Himmelspförtner und seiner, mit den Schlüsseln verbundenen Macht über Himmel und Erde. Weitere seiner Symbole sind Schiff, Hahn oder ein umgedrehtes Kreuz.

Es gibt einen Gedenktag von Petrus am 29. Juni; allerdings gilt dieser auch für Paulus. In der Orthodoxen Kirche findet deshalb von einer Woche nach Pfingsten bs zu diesem Tag ein "Apostelfasten" statt.

Im Volksglauben gilt Petrus außerdem noch als Wettermacher.

 

 

Pontius Pilatus

                                                                                                                   von Natali Stier

                                                                        

Prokurator von Judäa

 

Christlicher Legende zufolge wurde Pontius Pilatus als unehelicher Sohn eines Königs            Tyrus und der Müllerstochter Pila geboren.

Pila benannte das Kind nach ihrem Vater Atus und sich selbst ( Pila(A)tus ).

Pilatus lebte in der Obhut des Königs. Der König hatte jedoch noch einen Sohn, der von der rechtmäßigen Gemahlin stammte.

Dies machte Pilatus sehr zu schaffen, da der eheliche Königssohn höher gestuft wurde als er. Aus Neid brachte er seinen Halbbruder heimlich um.

Jedoch kam dieses schreckliche Verbrechen schnell ans Licht und er wurde nach Rom verband.

 

In Rom traf er auf einen anderen Königssohn aus Gallien, der dort ebenfalls als Geisel gefangen war. Und auch diesen brachte er aus Neid um.

Daraufhin wurde er von den Römern auf eine Insel namens Pontus geschickt, um endlich Ruhe vor ihm zu haben.

Dies gelang aber nicht, da Pilatus die Insel eroberte und die Bevölkerung unter Roms Zwänge nahm.

 

 König Herodes bot Pilatus an, Stellvertreter von Judäa in Jerusalem zu werden, welches Pilatus freudig annahm.

Er wollte jedoch noch mehr Macht und zog, ohne Herodes´ Wissen nach Rom, um vom Kaiser offiziell zum Prokurator ernannt zu werden ,welches  auch gelang.

Herodes hatte er somit jedoch zum Feind.

So wurde Pilatus  also zum Prokurator von Judäa.

Ein Prokurator ist der höchste Verwaltungsbeamte einer kleinen Provinz. Zu den grundlegenden Prinzipien der Provinzialverwaltung gehörte es, die bestehenden Verwaltungs- und Rechtsinstitutionen in dem jeweiligen Gebiet so weit wie möglich zu erhalten.  Die Verwaltung fällte Entscheidungen über Steuern, über das Militär und verhängte Todesstrafen. 

 

 

                                               Hände waschen in Unschuld !

 

Die wahrscheinlich schwerste Entscheidung war wohl das Todesurteil Jesu, aus der sich Pontius Pilatus allen Anscheins nach zu gerne entzogen hätte.

      Der Sage nach versammelten sich, nach der Gefangennahme Jesu, die Ältesten des

      jüdischen Volkes, die Hohenpriester und die Schriftgelehrten  und führten Jesus zum      

      hohen    Rat.

Sie stellten ihn zur Rede, ob er nun wirklich der Sohn Gottes sei. Dieser bestätigte es wiederum und sie führten ihn daraufhin zu Pilatus mit der Aufforderung ihn zu Kreuzigen wegen „Gotteslästerung“.

Pilatus verhörte Jesus und fand keinerlei Schuld und Grund ihn zu verurteilen.

Das Volk wollte jenes aber nicht hören und wurde immer aufsässiger. Pilatus bekam mit, dass Jesus ein Gallier war und somit ein Untertan des Herodes war. Da Herodes sich zu dem damaligen Zeitpunkt ebenfalls in Jerusalem aufhielt, schickte Pilatus Jesus zu diesem, damit dieser entschied ob Jesus gekreuzigt werden sollte.

 

Herodes freute sich  Anfangs auf Jesus zu treffen, da er schon vieles über den „König der Juden“ gehört hatte. Doch er bekam keinerlei Antworten auf seine Fragen und verspottete ihn nur. Mit Verachtung schickte er Jesus wieder zurück zu Pilatus.

      An jenem Tag  begruben Herodes und Pilatus das Kriegsbeil.

    

      Pilatus trat wieder ans Volk und teilte ihnen mit , dass weder er noch Herodes einen   

      Grund gefunden hatten Jesus hinzurichten. Darum ließ er Jesus foltern.

      Doch auch dieses war dem Volk nicht genug.

      Sie wurden immer unruhiger und forderten wiederholt nach der Kreuzigung Jesu.

      Da stellte Pilatus das Volk vor die Entscheidung entweder den wegen Mordes  

      angeklagten Barrabas oder Jesus freizulassen.                  

      Das Volk entschied sich für Barrabas´ Freilassung .

     

      Letztendlich gab Pilatus nach und übergab Jesus ihrem Willen.

      Erzählungen zufolge ließ sich Pilatus, vor der Verkündigung des Todesurteils Jesu,

      Wasser    bringen um seine Hände in Unschuld zu waschen.

      Er zog sich also aus der Verantwortung heraus, indem er sich einredete, dass diese

      Händewaschung ihn aus dieser misslichen Situation als unschuldig  herausbringt.                                

      So ließ er dem Schicksal freien Lauf.

 

 

      Wie kam ein Römer ins Glaubensbekenntnis?

 

Im apostolischem Glaubensbekenntnis kommt der Name „Pontius Pilatus“ in Verbindung mit dem Todesurteil Jesu vor.

Es heißt „[...] geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus [...]“:

Es taucht also wieder die Stelle auf,  als Pilatus dem Hohen Rat, am Tempel von Jerusalem , das Todesurteil über Jesus verkündete und die Hinrichtung am Kreuz vollziehen ließ.

Abermals wird Pilatus als grausamer und starrköpfiger Mann dargestellt, der nur seine Gier im Sinne hatte.

Jedoch wird er von der äthiopischen Kirche als Heiliger verehrt, da er dazu beigetragen hat , dass Jesu Christi am Kreuz starb und damit möglich machte die ganze Menschheit zu erlösen.  

 

 

 

Thomas der Ungläubige

 

                                                                                                                     

Clara Mehring

 

 

Der Apostel Jesu Christi

 

Thomas wurde in Galiläa geboren und soll bis zu seiner Berufung als Apostel Fischer gewesen sein. Sprichwörtlich wurde der „ungläubige Thomas“ durch seinen Zweifel an der Auferstehung Jesu.

 

Im Johannes-Evangelium wird Thomas als einer der hingebungsvollsten Anhänger Jesu Christi beschrieben. Auch war er der Erste, der Jesus ausdrücklich als „seinen Gott“ bezeichnete (Joh; 20, 25-28), und der auch seine Todesbereitschaft für ihn sehr leidenschaftlich bezeugte (Joh; 11, 16).

 

Nach der Kreuzigung Jesu zog er als Missionar, und als Vertreter von gnostischen Schriften, über Parthien nach Indien, wo er dann der Legende nach 72 in Kalamina, dem heutigen Mailapur bei Madras, durch das Schwert eines Götzenpriesters als Märtyrer starb.

 

Bis heute ist die genaue Ursache seines Todes nicht vollkommen geklärt, sowie auch die Tatsache, dass man sich über seinen Todesort noch uneinig ist.

Ein Aufenthalt des Apostel Thomas in Indien lässt sich historisch nicht hundertprozentig nachweisen. Trotzdem wird noch heute ein Berg in der Nähe von Madras der „Thomasberg“ genannt, wo man 1574 das von seinem Märtyrertum berichtende „Thomaskreuz“ aus dem sechsten oder achten Jahrhundert entdeckte.

Angeblich sollen seine Gebeine im dritten Jahrhundert nach Edessa, in die Türkei, überführt worden sein.

  

Der ungläubige Thomas

 

Thomas gelangte zu dem schon fast sprichwörtlichen Namen „ungläubiger Thomas“, da er die Auferstehung Jesu Christi anzweifelte.

Thomas war nicht bei den Jüngern denen Jesus erschienen war und glaubte demzufolge auch nicht an seine Auferstehung.

Sein bekannter Satz „Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich es nicht glauben.“ (Joh; 20, 25) ist noch heute bekannt, obwohl nie wirklich geklärt wurde, ob er auch wirklich die Wundmale Jesu berührt hat oder nicht.

 

In der Bildenden Kunst wird Thomas als bärtiger Mann mit Lanze, Schwert oder Winkelmaß dargestellt oder er wird mit einem blutroten Zeigefinger als Zeichen seines

Unglaubens abgebildet.

 

Thomas bedeutet auf hebräisch „Zwilling“ und aufgrund von Übersetzungsfehlern wurde der Bezug seiner Person auf Jesus immer weiter verstärkt, was letztendlich dazu führte,

dass er der Legende nach als Zwillingsbruder Jesu gilt.

Auch macht ihn diese Tatsache angeblich zu einem der am Meisten genannten Aposteln.

 

Einige sind noch heute der Ansicht, dass sich die Geschichte Jesu  bei Thomas aufgrund seiner missionarischen Aktivitäten in Indien und aufgrund seines Märtyrertums

sozusagen „fortgesetzt“ hat.

 

 

 

Zweifler und Missionar

 

Thomas verließ Jerusalem im Jahr 40 n. Chr. und kam – nachdem er in den Jahren

von 42 bis 49 den heutigen Iran, Irak, Afghanistan und Belutschistan evangelisiert hatte -  im Jahre 53 in Indien an.

 

Erzählungen aus dem dritten Jahrhundert berichten, dass Jesus dem Apostel Thomas erschienen war und ihn aufforderte nach Indien zu ziehen, um dort den indischen König Gundaphar zu missionieren, bzw. um ihm zu folgen.

Dieser, durch Münzfunde historisch belegte König, suchte den besten Baumeister um einen

Palast nach römischer Art einrichten zu lassen.

Hier findet sich eine Verbindung zu Darstellungsweise des Thomas in der bildenden Kunst.

 

Nach einer anderen Legende begegnete Thomas auf seiner Reise nach Indien den Heiligen drei Königen, die er missioniert, getauft und anschließend sogar noch zu 

Bischöfen ernannt haben soll.

 

Angeblich soll der heilige Apostel das Evangelium sogar in China verkündet haben,

wofür es jedoch keine dokumentierten Beweise gibt.

 

In den Jahren von 53 bis 60 reiste Thomas entlang der südwestlichen Küste, dem damaligen Malabar und heutigem Unionsstaat Kerala, und gelangte schließlich nach Madras, wo sein Grab noch heute verehrt wird.

 

Die von ihm gegründeten christlichen Kirchen betrachten den Apostel Thomas noch bis heute als ihren Gründer und spirituellen Vater, und bezeichnen sich selbst als „Töchter des heiligen Thomas“, sogenannte „Thomaschristen“ oder „syrische Christen“.

Thomas wird auch als Leiter und Lehrer der indischen Kirche bezeichnet, die von ihm gegründet und getragen wurde.

 

Die Gemeinden, die Großteils aus Angehörigen höherer Kasten bestanden, bildeten ein indisches Christentum, die „syro-malabarische Kirche“, die sich weiterhin mit dem hinduistischen Gesellschaftsgefüge, hinduistischen Gebräuchen, Zeremonien und Vorschriften verbunden fühlten.

 

Man könnte sagen, der „ungläubige Thomas“ ist der Begründer des Zweifels und der Suche im Christentum, was ihn zu einer bedeutenden biblischen Persönlichkeit macht, da der Zweifel ein großer Bestandteil des Christentums, der evangelischen Religion, ausmacht.

 

 

 

 

 

Zachäus der Sünder

Katharina Lubitz

 

Der Zöllner von Jericho

 

Zachäus kam aus der Stadt Jericho. Er war ein wohlhabender Oberzöllner, der keine Freunde hatte und sehr unbeliebt unter den Leuten war. Schon als Kind hatte Zachäus Probleme mit seinen Altersgenossen, da er so klein war. Er wurde immer nur „Der Kleine“ genannt und nicht ernst genommen. Aus Zorn überlegte er sich später, Zöllner zu werden, um allen, die ihn damals ausgeschlossen hatten mehr Geld abzuverlangen. Den Rest nahm er für sich selbst in Anspruch. Schnell merkten die Leute seinen Betrug und beschimpften ihn als Sünder. Außerdem sagten sie ihm nach , dass er die Gesetze Gottes brechen würde. Die Leute beschuldigten ihn, in der Fastenzeit zu essen und Wein zu trinken. Deshalb nannten sie ihn auch einen “Fresser“ und  „Weinsäufer“. Als Jesus eines Tages in die Stadt Jericho kam, herrschte große Aufregung unter den Leuten. Auch Zachäus wollte Jesus sehen und stieg deshalb auf einen Maulbeerfeigenbaum. Als Jesus kurze Zeit später an dem Baum vorbeikam und Zachäus sah, sprach er zu ihm: “Ich muss heut Abend bei dir zu Gast sein“. Dieser nahm ihn freudig bei ihm auf. Das Volk war verzweifelt als sie hörten, dass Jesus bei einem Sünder einkehren würde. Als Jesus bei ihm zu Gast war, bemerkte Zachäus schnell, dass er viele Fehler gemacht hatte und sprach: “Ich werde die Hälfte meines Vermögens den Armen und Bedürftigen geben und jedem, dem ich zu viel Geld abverlangt habe werde ich das Vierfache zurückgeben.“ Darauf antwortete Jesus .“Heute ist deinem Haus das Heil geschenkt worden.“ Von da an betrog Zachäus keinen mehr und brach auch die Gottesgesetze nicht mehr.


 

Damalige Bedeutung in der Bibel

 

Die Zöllner waren damals sehr verrufen, da sie für den Kaiser arbeiteten. Außerdem galten sie als Betrüger und Sünder, da sie oft mehr Geld einnahmen als der Kaiser es festgesetzt hatte. Zachäus hatte damals eine große Bedeutung, da er aus seinen Fehlern gelernt hat und  seine Sünden wieder gut machte. Er war ein großes Vorbild für alle, die Fehler gemacht haben ,sich auch zu ändern. Der Legende nach wurde Zachäus  später Bischof von Cäsarea. Dass Jesus ausgerechnet zu Zachäus ging , von dem er wusste , dass Er ein Betrüger war, zeigt, dass er sich nicht nur den Gerechten annahm, sondern sich viel mehr um die Bedürftigen kümmerte. Er wusste, dass Zachäus dringend Hilfe benötigte, weil er keine Freunde hatte. Er bekehrte ihn durch sein Verhalten nicht durch seine Worte. Außerdem zeigte er, dass auch Sünder seine Freunde sind.

 

 

Bedeutung in der heutigen Zeit

 

Auch heute wird die Geschichte des Zachäus in vielen Predigten erwähnt, da dieses Thema zur heutigen Zeit noch genauso relevant ist wie damals. Deshalb gilt Zachäus auch heute noch als ein großes Vorbild. Jesus´  Verhalten soll auch jetzt noch zeigen , dass man den Menschen, die Fehler machen,  verzeihen soll und ihnen helfen soll, anstatt sie auszugrenzen.