Startseite

Schülerprojekt 1999 
Fünfzig
Jahre Bundesrepublik: 1968: Ein besonderes Jahr

Rahmenbedingungen:

Bundesrepublik: seit 1966 Große Koalition: ->Erstarken der linken APO und der rechten NPD
nur eine Landtagswahl (Baden-Württemberg: CDU -2%/ SPD-8%/ FDP+1%/ NPD+8%)

Frankreich: Charles de Gaulle (national-konservativ)

USA: Johnson (rechter Demokrat aus Texas)

GB: Harold Wilson (Labour)

SU: Breschnew (konservative Erstarrung)

China: Mao Tse-Tung (Kulturrevolution->Kinder an die Macht->Rote Garden)


Helden der Jugend:

Lennon/McCartney; Rolling Stones, Roy Black; LSD; Marihuana; lange Haare; Mao; Che; Onkel Ho; Marx-Engels-Lenin; Summerhill; Wilhelm Reich; Beckenbauer und Gerd Müller, Willi Lippens, das Proletariat

Helden der Erwachsenen: Oswalt Kolle-Lembke-Grzimek-Kulenkampff-Heino-Freddy


Was ist aus ihnen geworden?

BRAVO 2001=BRAVO 1968 (Dr. Sommer wird nicht sterben)

Dubcek 1989 Parlamentspräsident, wird Sozialdemokrat, 1992 gestorben

Cohn-Bendit 1.Grüner Magistrat in Frankfurt am Main, Spitzenkandidat der französischen Grünen

Beate Klarsfeld findet Klaus Barbie in Bolivien

Andre Glucksmann neuer Philosoph; Gegner der Friedensbewegung/für Nachrüstung/für NATO im Kosovo

Erich Mende 1971 zur CDU, sein Sohn wurde zeitweilig SPD-OB in Leverkusen

Walter Scheel Bundespräsident 1974-79

Vietnam 1975: Nord erobert Süd; Boat people; 1992 Rostock: Hatz auf die "sozialistischen Brüder" aus Vietnam

Nach Maos Tod führt Deng China in den Kapitalismus

Warschauer Pakt 1991 in PRAG aufgelöst

Horst Mahler: NPD

das revolutionäre Proletariat: Ballermann 6

------------------------------------

Anmerkung: NVA der DDR im August 1968: Widersprüchliche Quellen:

a) LeMO Haus der Geschichte

"1968- August

12.8. Eine Delegation des Zentralkomitees (ZK) der SED unter Leitung Walter Ulbrichts trifft sich mit dem ZK der tschechoslowakischen KP unter Leitung von Alexander Dubcek in Karlsbad.

17.8. Uraufführung des Schauspiels "Die Soldaten" von Heinar Kipphardt im Düsseldorfer Schauspielhaus.

20./21.8. Einheiten der NVA der DDR beteiligen sich an der Besetzung der CSSR durch fünf Warschauer Pakt-Staaten. Damit wird der Prager Frühling , das Experiment einer Demokratisierung von Partei, Staat und Wirtschaft in einem Ostblockland, gewaltsam beendet.

21.8. Das ZK der SED, der Staatsrat und der Ministerrat verkünden einen "Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger der DDR" zur "Sicherung der sozialistischen Entwicklung in der CSSR".

23.8. Die Chronistin und Biografin Irmgard Zündorf wird in Paderborn geboren.

26.8. In Moskau enden die Verhandlungen zwischen der sowjetischen und der tschechoslowakischen Führung mit der Unterzeichnung des "Moskauer Protokolls".

b)

CSSR 1968

"Ende Juli 1968 hatte die Phase der direkten Einbeziehung der NVA in die sowjetisch dominierte Militäraktion zur Niederschlagung des »Prager Frühlings« begonnen. An der als Übung getarnten Operation »Donau« sollten zwei NVA-Divisionen, die 7. PD (Dresden) und die 11. MSD (Halle), teilnehmen. Für die PD [Panzerdivision] war eine Unterstellung unter die 20. Gardearmee der GSSD, für die 11. MSD waren Aufgaben als Reserve der zentralen Führung zur Deckung, der »Staatsgrenze West« vorgesehen.

Am 21. August 1968, kurz nach 1.00 Uhr morgens, hatte DDR-Verteidigungsminister Armeegeneral Hoffmann die Stufe »Erhöhte Gefechtsbereitschaft« für die gesamte NVA ausgelöst. Die Armee war damit vorbereitet, bei Notwendigkeit unverzüglich in aktive Handlungen eingreifen zu können. Die meisten Einheiten der NVA verblieben aber in ihren Kasernen, nur einige Regimentseinheiten und Bataillone verließen ihre Standorte und wurden zeitweise feldmäßig untergebracht.

Entsprechend den Planungen des Oberkommandierenden des Warschauer Paktes sollten Stäbe und Truppen der 7. PD und der 11. MSD direkt am Einmarsch der verbündeten sowjetischen, polnischen, ungarischen und bulgarischen Verbände und Einheiten teilnehmen, der in der Nacht vom 20. zum 21. August begonnen hatte. Beide NVA-Divisionen befanden sich in voller Gefechtsbereitschaft in ihren Konzentrierungsräumen im Süden der DDR. Aber weder die 7. PD noch die 11. MSD marschierten am 20./21. August 1968 oder in den Tagen danach in die Tschechoslowakei ein bzw. besetzten diese.

Die 7. PD und die 11. MSD verließen aus militärischen und offenbar auch politischen Gründen nachweisbar nicht den Boden der DDR. Dennoch ist der Aufenthalt von NVA-Soldaten in der Tschechoslowakei im August 1968 dokumentiert. Hierbei handelte es sich vor allem um Angehörige des NVA- Nachrichtenregiments 2 (Niederlehme), die am 23. /24. August im Landmarsch im Bestand sowjetischer Truppen, aus Polen kommend, in das Hauptquartier der Interventionsstreitkräfte in der Tschechoslowakei, nach Milowice, verlegten. Dort hatten sie die Funkverbindungen zwischen der im Stab der Interventen tätigen NVA- Verbindungsgruppe, die aus wenigen Offizieren bestand, und dem Ministerium in Strausberg zu sichern. In Milowice befanden sich bis Ende Oktober 1968 somit neben einigen Offizieren 6 Unteroffiziere und 13 Funker. Auf dem Boden der CSSR handelten zudem - oft nur kurzzeitig - offenbar einige Aufklärungs- und Versorgungskräfte in geringer Stärke. Wiederholt überschritten auch Grenzsoldaten die Staatsgrenze, um auf tschechischem Gebiet sogenannte Hetzlosungen und gegen die DDR gerichtete Plakate gewaltsam zu entfernen. Der Einsatz von Kampf- oder Besatzungstruppen der NVA in der CSSR ist dagegen zu keinem Zeitpunkt belegbar.

Nachdem der Oberkommandierende der Vereinten Streitkräfte bereits am 11. September 1968 gestattet hatte, die erhöhte Gefechtsbereitschaft für die Nationale Volksarmee, mit Ausnahme der 7. Panzerdivision und der 11. Mot.- Schützendivision, aufzuheben, erfolgte Mitte Oktober die Rückverlegung der beiden Divisionen in ihre Kasernen."

aus: "Im Dienste der Partei, Handbuch der bewaffneten Organe der DDR", Hrsg.: Diedrich u.a., im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, März 1998, S. 488f

von der Seite DDR-Luftwaffe.de bzw. home.snafu.de/veith