Dieser Eintrag stammt von L. W. (*1982) aus Bonn. lw@ema.bn.nw.schule.de, 3.4.2000:
   

Der 2. Golfkrieg 1990/1991

Als am 2. August 1990 die irakischen Truppen in Kuwait einmarschierten, war das eine Überraschung für die ganze Weit. Die arabischen Staaten, wie auch der Westen hatten die Warnsignale überhört. Bereits im Mai drohte Saddam Hussein "den Krieg in die Schlafzimmer der Prinzen der reichen Ölmonarchien zu tragen". Saddams Kalkül war es, daß der Westen zu sehr mit den Umbrüchen nach dem Fall der Mauer und dem Zerfall des Sowjetimperiums beschäftigt ist, um zu einer gemeinsamen Reaktion zu kommen. Die Bemühungen des Westen unter den USA, von August bis zum 25. Dezember, Saddam Hussein auf diplomatischem Wege zum Rückzug aus Kuwait zu veranlassen schlugen fehl. Die kollektive Geiselnahme der in Bagdad verbliebenen europäischen und amerikanischen Bürger führte in allen westlichen Staaten zu Empörung der Öffentlichkeit. Unter der Führung der Vereinigten Staaten und der UNO versuchte die westliche Welt die Reihen gegen Saddam zu schließen- Die meisten arabischen Staaten schlossen sich unter dem Eindruck der"neuen Weltordnung" (George Bush) der Anti-Saddam-Allianz- an. Nachdem am 25. Dezember in Genf die ultimativen Bemühungen der USA, den Irak doch noch zum Rückzug aus Kuwait zu bewegen, scheiterten, beginnt am 3. Januar 1991 die Operation "Desert storm" die Ende Februar mit der Kapitulation des Iraks in Kuwait und damit einem militärischen Sieg des Westens enden soll. Mit der Befreiung Kuwaits hat der Westen zwar sein erklärtes Kriegsziel erreicht, doch der Diktator Saddam Hussein ist in Bagdad noch immer an der Macht und die Diktatur im Irak somit nicht beendet. Die erhoffte Demokratisierung der arabischen Weit ist nicht erfolgt und die langfristige Strategie der UN-Sanktionen gegen den Irak ist fehlgeschlagen- Der eigentliche Leidtragende ist die Bevölkerung und nicht das irakische Regime. Im Westen hat die Operation Wüstensturm die grundsätzliche Frage aufgeworfen, wie mit Diktaturen umzugehen sei. Darin hat der Krieg gegen das serbische Regime Slobodan Milosevics seine Parallele. Für die Bundesrepublik bedeutete der Krieg gegen den Irak einen grundsätzlichen Wechsel in ihrem außenpolitischen Selbstverständnis. Das vereinigte Deutschland konnte es sich nicht mehr leisten, sich in Krisen und Konflikten passiv zu verhalten, man sah sich erstmals genötigt, sich an einem Krieg zu beteiligen. Letztlich war es der Krieg gegen den Irak, der die aktive Beteiligung der Bundeswehr im Krieg gegen Serbien und Milosevic im Kosovo erst möglich machte. Dabei lautet die Frage, wie sich die Gemeinschaft der westlichen Staaten gegen Diktaturen und für die Verteidigung ihrer Werte, wie Menschenrechte und Souveränität der Völker, verhalten soll. Der Golfkrieg gegen den Irak hat bis heute tiefgreifende Folgen im Nahen Osten Nicht nur, daß die arabische Welt bis heute in ein Pro- und Anti-Saddam-Lager gespalten ist. Die arabischen Staaten an der Seite des Westens nutzten diesen Krieg auch für eine neue Friedensinitiative. Denn was im Falle des Irak Unrecht sei (Besetzung fremden Territoriums), müsse auch im Falle Israel zu gelten haben - schließlich ist Israel bis heute Besatzungsmacht in Westbank-Palästina und im Süd-Libanon.

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn

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