Dieser Eintrag stammt von Nina B. und Laura M. (*1984) aus Bonn. nb@ema.bn.nw.schule.de, 3.4.2000:
   

Interview mit einem griechischen Migranten

Für dieses Interview haben wir einen 17-jährigen Griechen befragt.
Auf die Frage nach den Gründen für die Auswanderung nach Deutschland, meinte Ioannis, dies sei auf die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen in seiner Heimat zurückzuführen: Sein Vater war Besitzer eines Gemüseladens und seine Mutter verdiente Geld durch Teilzeitjobs. Ioannis gibt an, sie waren für den griechischen Durchschnitt ziemlich arm. Seit elf Jahren hat sich die soziale Situation der Familie stark verbessert: Sie leben in einer Bonner Neubauwohnung. In Beuel besucht Ioannis die 11. Klasse der Gesamtschule. Sein Vater arbeitet bei einem Sanitätsdienst, seine Mutter ist Praxishelferin bei einem Zahnarzt. Beide verdienen nach Angaben ihres Sohnes recht gut. Für Taschengeld reicht es jedoch nicht, denn die Familie gibt etwa ¼ des Monatsgehaltes an die Großfamilie nach Kavala. Über die Erfahrungen mit Deutschen kann Ioannis fast ausschließlich Positives berichten. Zwar wurde er früher schon einmal wegen seines Akzentes angesprochen, aber er sei wegen seiner Nationalität bei Deutschen noch nie auf Fremdenhass gestoßen. Anders sei das bei den Türken aus seiner Wohngegend, die ihn nach der bekannten Feindlichkeit zwischen den beiden Nationalitäten schon mehrmals bedroht hätten, erzählt der Schüler. In naher Zukunft ist es für ihn wichtig, einen Job zu finden, bei dem er gut verdient. Wenn die Bedingungen in seinem Heimatland besser wären, erklärt uns Ioannis, würde er später gerne dorthin zurückkehren, aber er habe sich auch in Deutschland immer wohlgefühlt.

Interview im Rahmen des Projektes "Migranten in Bonn, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn"