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Dieser Eintrag stammt von J. M. (*1983) aus Bonn. jm@ema.bn.nw.schule.de, 3.4.2000: |
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| Eine Hausfrau äußerte sich über den Kniefall von Willy Brandt
und den Fall der Berliner Mauer: Also Willy Brandt, als das alles geschah, war ich noch zu jung, um das alles mitzubekommen. Aber später, nachdem ich von dem Kniefall hörte, war mein Herz wirklich tief bewegt. Mich hat bewegt, dass er die Schuld der Deutschen anerkannt, und ein Herz für sie gezeigt hat, das Unrecht zugegeben hat, was die Deutschen an den Juden und Polen getan haben. Normal ist das ja nur so, dass sie Politiker ein Kranz ablegen, kurz vor dem Denkmal stehenbleiben, und vielleicht eine Schweigeminute einlegen. Aber er fiel vor dem Denkmal auf die Knie, in der Position als würde er beten. Meine Eltern waren eigentlich CDU und sie haben mir nur Schlechtes über ihn erzählt, und vom Typen her mochte ich ihn nicht, einfach so von meinem Gefühl. Aber als ich vom Kniefall hörte, da habe ich ihn wirklich geachtet, und ich bewundere ihn immer noch. Und zum Mauerfall: Ich war zuerst etwas besorgt und verwirrt wegen der "Fußabstimmung", und weil so viele aus der DDR abgehauen waren, dass die Russen vielleicht wieder etwas machen würden. Als ich dann bei meiner Putzstelle arbeiten war, hörte ich durchs Radio: 'Die Mauer ist offen!_ Ich hab's zuerst nicht geglaubt. Danach war ich 30 Minuten lang nicht mehr imstande zu putzen, weil ich so geheult hab. Ich war voller Freude. Ich rannte runter, aber die Mitarbeiter meiner Arbeit hatten leider kein Verständnis, weil sie es nicht richtig mitgekriegt hatten. Für mich war es wie eine Utopie, dass so etwas jemals geschehen könnte. Unser früherer Geschichtslehrer sagte einmal: Einmal wird in 300 oder 400 Jahren bei der Berliner Mauer, wenn archäologische Untersuchungen gemacht werden festgestellt werden, dass dort eine Mauer war, z.B wegen Erddrückungen oder den Fundamenten. Ich dachte: 'Meine Güte, du Phantast, die Mauer wird niemals zerstört werden, schon gar nicht in 300- 400 Jahren.' Es war wie zwei Welten. Familien lebten getrennt, wenn man hinüberfuhr, wurde alles aufs Genaueste durchsucht. Meine Nachbarn waren so ein Fall, und sie bekamen nicht einmal eine Genehmigung für eine Beerdigung. Mich bedrückte der Zustand der Trennung. Außerdem war im Unterricht auf einer politischen Landkarte Berlin weiß und herum etwas anderes, so dass ich dachte, dass Berlin eine Insel mit Wasser drum herum wäre. Es war für mich unmöglich, dass sie Mauer geöffnet wurde, wie ein "out of mind". Aber als sie geöffnet wurde, habe ich wirklich 30 Minuten lang geheult. (Interview mit A. Penden, 34 Jahre) |
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