Dieser Eintrag stammt von Alexander P. (*1984) aus Bonn. ap@ema.bn.nw.schule.de, 31.3.2000:
   

Interview mit einem ausländischen Mitbürger

Wir sprachen mit einem 58-jährigen Spanier (Herrn R.) über die Gründe, weshalb er nach Deutschland gekommen ist. Er kam im Mai 1972 aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland (bei Einwanderern, die zwischen 1960-1975 kamen, war dies der Hauptgrund). Der wirtschaftlich schlechte Norden Spaniens war seine Heimat, bevor er nach Bonn zog. Nach Bonn kam er, da es bis dahin die einzige deutsche Stadt mit Berlin war, die er kannte. Er vermisst Spanien sehr. Ein Grund ist, dass viele seiner Verwandten noch dort wohnen. Deshalb denkt er meistens an den Ruhestand, damit er endlich wieder nach Spanien zurückkehren kann. Ein anderes Problem war die Sprache. Mittlerweile beherrscht er die deutsche Sprache recht gut, allerdings sagt er, dass die deutsche Sprache sehr schwer zu erlernen war. Er hatte noch nie Probleme mit Ausländerfeindlichkeiten gehabt. Er findet, dass Deutschland ein konservatives Land ist und genau das mag er. Was ihm am wenigsten gefällt, ist die Gleichgültigkeit der Deutschen. In Spanien kann man mit den Leuten im Supermarkt oder auf der Straße ein Gespräch beginnen, hier, so sagt er, sei das anders. Außerdem meint er, dass Deutschland nicht immer das perfekte Land sei, sondern auch Nachteile hat. Da er ein spanisches Restaurant führt, braucht er nicht auf die spanische Küche zu verzichten: “Durch das Restaurant lernt er auch viele junge ausgewanderte Spanier kennen. Sie kommen meistens, weil es hier in Deutschland bessere Studienbedingungen gibt, als in Spanien. Auch sie vermissen das spanische Klima und das spanische tägliche Umtreiben.

Bonn, denn 31.3.2000

Interview im Rahmen des Projektes "Migranten in Bonn, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn"