Euro-Rechner
Euro, die neue europäische Währung |
By Josef Hund of IWB Radolfzell e.V. / GERMANY Contribution to the EDUVINET "European Monetary Union" subject
Gliederung
3.1. Selbstverständnis der deutschen Bundesbank und kritische Würdigung
3.2. Erweiterung der wirtschaftspolitischen Zielformulierung für eine Zentralbank
4.1. Erklärungsversuch aus der Erfahrung mißglückter antizyklischer Konjunkturpolitik
4.3. Bewertung der Einstiegskriterien
4.4. Bewertung der getroffenen Vereinbarungen nach der Gründung der Währungsunion
4.5. Einschätzung der Unabhängigkeit der europäischen Zentralbank
Wirtschaftliches Verständnis
"Geld ist eine Anweisung auf das Sozialprodukt, ein dokumentiertes
Wertversprechen allgemeiner Gattung"( Schmölders)
Juristisches Verständnis
"Das vom Staat vorgeschriebene Zahlungsmittel, ein Geschöpf der
Rechtsordnung" (Knapp)
im Volksverständnis
Zahlungsmittel, für das jedermann Güter in einer Volkswirtschaft
erhält.
Mit der deutschen Reichsgründung 1871 war die Noten- und Münzgesetzgebung
Sache des Reiches. Am 1.1.1876 nahm die Reichsbank unter Übernahme
der Preußischen Bank ihre Geschäfte auf. Bis 1945 war sie die
deutsche Zentralnotenbank.
Das Münzgesetz vom 09.07.1873 proklamierte die Goldwährung und
ordnete die Einziehung aller nicht auf Reichswährung lautende Geldzeichen
an.
Der Umlauf an Staatspapiergeld wurde durch Gesetz vom 30.04.1874 auf 120
Millionen Reichskassenscheine beschränkt. Das damalige Bankgesetz
schrieb die Deckung des Notenumlaufs zu mindestens zu einem Drittel in
Gold, kursfähigem deutschem Geld oder Reichskassenscheinen für
den Rest in guten, höchstens drei Monate laufenden Wechseln vor. Diese
restlichen zwei Drittel durften nur bei entsprechendem volkswirtschaftlichen
Geldbedarf geringfügig überschritten werden. Diese Vorstellung
einer Deckung basiert auf der Überlegung, daß den Handelswechseln
ein realer volkswirtschaftlicher Güterwert zugrunde liegt, der schon
geschaffen wurde und während dem Güterumschlag finanziert werden
muß. Handelswechsel sind in der Zukunft liegende Zahlungsversprechen
für erhaltene Güter, die entweder weiterverarbeitet oder direkt
dem Endverbraucher zum Konsum angeboten werden. Das Umtauschverhältnis
von Reichsmark in Gold wurde mit 1 392 Mark für das Pfund (500 Gramm)
Gold festgelegt. Nach heutigen Edelmetallpreisen hat man eine Relation
von ca. 10 000 DM für das Pfund Gold rund der siebenfache Preis von
damals. Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurde die Goldeinlösungspflicht
der Reichsbank aufgehoben. Durch die Bankgesetzesnovelle von 1921 wurde
die nur noch formal bestehende Dritteldeckung des Geldes durch Gold aufgehoben.
Die Aufblähung des Papiergeldes infolge der unmittelbaren Kriegslasten und der Folgelasten wie Reparationszahlungen führte zur notwendigen Währungsumstellung.
Eine Billion Reichsmark gegen eine Rentenmark
1000 000 000 000 Mark gegen 1 Rentenmark
Geldvermögen wurde wertlos und damit die Altersversorgung vieler kleiner Sparer war verloren.
4,2 Rentenmark entsprachen einem US Dollar
20,67 US Dollar entsprachen einer Feinunze Gold
( Eine Feinunze = 31,1035 g )
2790 Mark entsprachen 1000 g Gold
( zum Vergleich im Jahr 1874 - 2784 Mark entsprachen 1000 g Gold )
Über den Goldpreis war das Austauschverhältnis Mark gegen Dollar fixiert.
| 1 Feinunze Gold = | 31,1035 g Gold = | 20,67 US $ | |
| 1,50476 g Gold = | 1 US $ = | 4,2 M (Rentenmark) |
|
| 0,35828 g Gold = | 1 Mark | ||
| 999,594 g Gold = | 2790 Mark |
Durch die Weltwirtschaftskrise stieg der Goldpreis, was zu einer Anpassung 1934 führte. Danach wurde die Relation
| 1 Feinunze Gold = 31,1035 g Gold = 35 US $ |
festgeschrieben, was einer Abwertung der Währung von 40,943 % entspricht.
Schuldenentwicklung:
| 1933 | 11,7 Mrd. Reichsmark |
| 1939 | 41,0 Mrd. Reichsmark |
| 1945 | ca. 390 bis 440 Mrd. Reichsmark |
Der rigoros verordnete staatliche Preisstopp ab 1936 wurde auch nach
dem Krieg von den alliierten Militärregierungen aufrechterhalten.
Dies führte zu einer versteckten Inflation bzw. für Geld erhielt
man keine Waren. Es begann die Tauschwirtschaft, ein blühender "Schwarzmarkt".
Dem hohen Geldüberhang stand nach dem Krieg ein verringertes Produktionsvolumen
gegenüber. Zum einen waren viele Produktionsanlagen zerstört,
zum anderen wurden Produktionsanlagen demontiert und in die Siegerstaaten
verschickt.
Die Währungsreform brachte im Wesentlichen die folgenden Umtauschverhältnisse
Reichsmarkverbindlichkeiten wurden
im Verhältnis 10 Reichsmark: 1 DM umgestellt.
Löhne, Gehälter, Renten und Pensionen, Mieten und Pachtzinsen
im Verhältnis 1 Reichsmark: 1 DM umgestellt.
Jede natürliche Person bekam erst 40 DM und im August 1948 weitere
20 DM
"Kopfbetrag"
Die Umwandlung des Grundkapitals der Unternehmen von Reichsmark in DM brachte
durch angesammelte stille Reserven in der Vergangenheit und einer Neubewertung
in DM ein Tauschverhältnis von 100 Reichsmark zu 98,1 DM. Das bedeutete,
daß für Aktionäre der Bilanzkurs in neuer Währung
fast identisch blieb. Dies bedeutete auch, daß das Eigenkapital in
neuer Währung fast gleich hoch ausgewiesen wurde, wodurch Aktionäre
kaum Verluste zu beklagen hatten.
Innerhalb von 25 Jahren verloren die kleinen Sparer zweimal fast ihre ganzen
Ersparnisse und damit auch die selbst angesparte Altersversorgung.
Währungsumstellung EURO = Währungsreform ??
Ist die neue Währungsumstellung mit den vergangenen Währungsreformen vergleichbar??
Die Währung der Bundesrepublik ist keine Währung mit einer
Golddeckung, sondern eine manipulierte Währung. Dies ist keine willkürlich
manipulierte, sondern eine zielgerichtet manipulierte Währung.
Die Ziele sind im Bundesbankgesetz festgelegt.
Die Hauptaufgabe der Bundesbank ist die Versorgung der Wirtschaft mit ausreichendem
Geld, um sowohl inflationäre als auch deflationäre Geldwertentwicklungen
zu vermeiden. Die Bundesbank sollte deshalb möglichst genau die wirtschaftliche
Entwicklung abschätzen können, um rechtzeitig genügend Geld
für die produzierten Güter zur Verfügung zu stellen. Bei
einem wachsenden Bruttosozialprodukt muß im gleichen Umfang die zur
Verfügung stehende Geldmenge wachsen.
Diese Zusammenhänge werden in der Fisher' schen Verkehrsgleichung ausgedrückt:
| Preisniveau = Geldmenge x Umlaufgeschwindigkeit / Handelsvolumen |
Wenn Geldmenge und Handelsvolumen prozentual gleichmäßig steigen, dann ist das Preisniveau konstant, sofern sich die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes nicht ändert. Aus diesen einfachen Zusammenhängen ergeben sich jedoch verschiedene Probleme:
Trotz diesen Problemfeldern verfolgt die deutsche Bundesbank nach
wie vor die Geldmengenkonzeption. D.h., sie will wesentlich durch die Geldmengensteuerung
die Geldwertstabilität sichern. Zu diesem Zweck ermittelt die Bundesbank
die Geldmenge M3, bei der Bargeld, Sichteinlagen, Termineinlagen und Spareinlagen
mit gesetzlicher Kündigungsfrist zusammengezählt werden. Diese
so definierte Geldmenge soll im Gleichklang in einer gewissen Bandbreite
mit dem Sozialprodukt wachsen. Ein Überschreiten dieses Geldmengenkorridors
hat in der Regel restriktive Maßnahmen der Bundesbank zur Folge.
Ein Kritikpunkt an einem solchen Vorgehen ist der Hinweis, daß kurzfristige
Umschichtungen von Kapitalanlagen in Geldanlagen sich in einer Erhöhung
der Geldmenge M3 niederschlagen, obwohl sich die in einer Volkswirtschaft
insgesamt verfügbare Kaufkraft nicht geändert hat.
Große Industrieländer wie die USA oder Frankreich haben sich
deshalb von diesem Konzept abgewandt und verfolgen in den letzten Jahren
eine Zinssatzkonzeption. Sie basiert auf der Überlegung, daß
über Jahrzehnte sich eine Realverzinsung von 2,5 bis 3 % eingestellt
hat. Eine höhere Realverzinsung fördert das Sparen und bremst
das Wachstum, eine geringere fördert den Konsum und damit das Wachstum,
weil die Prämie in Form des Zinses für den Konsumverzicht zu
gering ist.
Bei einer Inflationsrate von 1,5 % und einer Realverzinsung von 2,5 % müßte
der langfristige Kapitalmarktzinssatz bei 4 % liegen. Zinssätze mit
nominal 5,5 % und 6 % würgen das Wachstum ab.
Die von der Bundesbank gemessene Inflationsrate berücksichtigt nicht,
daß ein beachtlicher Teil dieser Rate durch Gebühren und Abgabenerhöhungen
der öffentlichen Hand und nicht durch die freien Wirtschaftssubjekte
in einer Volkswirtschaft verursacht ist. Ferner bleiben Qualitätsverbesserungen
bei Produkten ohne Korrekturfaktor außen vor, so daß bei Werterhöhungen
durch z.B. verbesserte und sparsamere Technologie Äpfel mit Birnen
verglichen werden. Unter Ausklammerung solcher Faktoren haben einige Länder
in Europa möglicherweise schon einige Zeit im produzierenden Wirtschaftsbereich
Bereich eine Deflation, die zu einem verschärften Arbeitsplatzabbau
führte, weil sich die Konsumenten beim Kauf zurückhalten.
Fragen:
Solche Fragen werden nicht zu Unrecht von den zukünftigen Partnern der Europäischen Währungsgemeinschaft diskutiert.
Was spricht für eine eingeengte Festlegung der Aufgabe der Europäischen Zentralbank: Sicherung der Geldwertstabilität?
Was spricht für die Unabhängigkeit einer Europäischen Zentralbank?
Währungsfachleute müssen während ihrer Amtszeit ausschließlich sachorientiert und unabhängig von politischen Tagesströmungen und Wahlen mittel- und längerfristige Strategien verfolgen können, damit Vertrauen zu einer Währung entsteht und erhalten werden kann.
Was spricht für eine erweiterte Formulierung der wirtschaftspolitischen Verantwortung einer Europäischen Zentralbank?
Wirtschaftspolitische Entscheidungen zugunsten von Beschäftigungen in neuen Wirtschaftszweigen z.B. bei größeren Strukturveränderungen dürfen nicht durch eine gegenläufige nur auf Geldwertstabilität ausgerichtete Politik unterlaufen werden Allerdings können nur durch klare ordnungspolitische Vorgaben Mißbräuche seitens der Politik vermieden werden. Negatives Beispiel: Durch Machtdemonstration auf der Straße erstritten die Bergleute weitere Subventionen für den Kohlebergbau für weitere 8 Jahre. Eine solche Politik des Polterns könnte bei den verschiedenen europäischen Völkern verheerende Folgen haben. Einen Vorgeschmack solcher Spannungen lieferten spanische und französische Fischer in der Biskaya.
In den Siebziger Jahren haben westliche Industrieländer mit
Abwertungen einerseits und mit Defizit- Spending andererseits versucht,
ihre Konjunktur- und Strukturprobleme zu meistern. Während Abwertungen
neben Beschäftigungsimpulsen allerdings durch die Verteuerung der
Importwaren auch inflationär wirkten, belastete die antizyklische
Kreditfinanzierung der Staaten die Kapitalmärkte. Während in
der Rezession die negativen Auswirkungen zu vernachlässigen waren
und die positiven Aspekte der Beschäftigungsförderung überwogen,
wurde leider in der Hochkonjunktur die im deutschen Stabilitätsgesetz
vorgesehene Rückführung der Kreditengagements der öffentlichen
Haushalte vernachlässigt. Damit wurde eine zinstreibende staatliche
Kreditnahme beschleunigt, die in der Folge Neuinvestitionen in diesen Ländern
unrentabel machte. Zunehmende Arbeitslosigkeit mit den Folgekosten und
verschlechterte Gewinnmargen führten zu real rückläufigen
Steueraufkommen. Um dies auszugleichen, wurde die Erhöhung der Beiträge
in die sozialen Sicherungssysteme vorgenommen und die progressive Gestaltung
des Einkommensteuertarifs spülte mit jeder inflationär bedingten
Einkommenserhöhung einen immer größeren realen Anteil des
Einkommens in die öffentlichen Haushalte. Im kommunalen Bereich bediente
man sich der kontinuierlichen Erhöhung der Hebesätze auf die
Besteuerungsgrundlagen.
Verlust des Binnenwertes der Währung wie auch des Außenwertes
verbunden mit stark steigender Arbeitslosigkeit zeigte die Sackgasse auf,
in die die westlichen Industrieländer durch eine falsch praktizierte
antizyklische Konjunkturpolitik gerieten. Vor diesem Hintergrund sind die
definierten Beitrittskriterien für eine europäische Währungsunion
zu erklären.
Während die Kriterien Preisanstieg und langfristiger Zinssatz eine maximale Abweichung zu einem Durchschnittswert anderer Mitgliedsländer der EU darstellen, sind die Kriterien nur die Verschuldung an der binnenwirtschaftlichen Entwicklung des Sozialprodukts ausgerichtet.
Ziel ist die Konvergenz der Rahmendaten der nationalen Volkswirtschaften
hin zu den erstrebenswerten Stabilitätsdaten. Allerdings sind Finanzierungsdaten
wenig aussagefähig, ob die finanzierten Projekte volkswirtschaftlich
sinnvoll oder unsinnig sind. Insofern sind sie willkürlich gegriffen.
Ein Land, das die Autobahnen über Steuern und z.T. über Fremdkapitalaufnahme
des Staates finanziert, ist anders zu beurteilen, als ein Land, das diese
Infrastrukturinvestitionen durch Privatunternehmen finanzieren läßt
und die Nutzer in den folgenden Jahrzehnten teuer zur Kasse bittet. Die
Verschuldung, die entsteht bei dem Ausbau des beruflichen Bildungssystems
hat eine andere Qualität als die beim Bau von Konzerthäusern
und Museen. Ich meine, zu Recht kommt von Arbeitnehmerseite der Vorwurf
einer einseitigen Ausrichtung an Stabilitätskriterien, während
das Ziel einer Stabilität in der Beschäftigung, sprich hohe Beschäftigungsquote,
außer acht gelassen wird, wodurch die soziale Stabilität der
Gesellschaft gefährdet wird.
Ferner wurde nicht eindeutig abgegrenzt, welche Aufgaben und welche wirtschaftlichen
Engagements des Staates in die Rechnung einfließen oder ausgegrenzt
werden sollen. Da dies versäumt wurde, versuchen die beitrittswilligen
Kandidaten mit Bilanzierungstricks in Sonderfonds Schulden unterzubringen
oder bisher staatliche Aufgaben auszulagern bzw. zu privatisieren. Nicht
ökonomische Überlegungen sind für eine solche Auslagerung
entscheidend sondern willkürlich festgelegte Prozentzahlen.
In einer zweijährigen Testphase mit geringen Schwankungsbandbreiten
in der Europäischen Währungsgemeinschaft müssen die wirtschaftspolitischen
Entscheidungen stärker aufeinander abgestimmt werden, was die Konvergenz
in der wirtschaftlichen Entwicklung der Partnerländer fördert.
Es existiert kein automatischer Sanktionsmechanismus zur Disziplinierung der Haushaltsführung der beteiligten Staaten, denn durch politischen Mehrheitsbeschluß können heute vereinbarte Sanktionen außer Kraft gesetzt werden.
Der Zentralbank wird vom ersten Tag der Währungsunion die alleinige geldpolitische Verantwortung übertragen. Sie ist vorrangig verpflichtet, das Ziel der Preisstabilität zu verfolgen und nur, wenn die Verfolgung diese Zieles nicht beeinträchtigt wird, hat sie die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union zu unterstützen. Sie wird mit Fachleuten besetzt, die während ihrer Amtszeit von politischen Weisungen unabhängig sein. werden. Vertreter der deutschen Bundesbank meinen, daß die deutsche Geldmengenstrategie Eingang finden müßte, um eine stabile Währung zu sichern. Allerdings eine Vereinigung von Ländern mit unterschiedlichen Inflationsraten wird immer nur eine durchschnittliche Inflationsrate der beteiligten Länder hervorbringen. Die stabilsten Währungen werden weicher.
Am augenfälligsten wird der Urlaubsreisende die Kostenersparnisse beim nicht mehr notwendigen teuren Geldumtausch feststellen. Weit bedeutsamer werden sich die Kostenersparnisse bei der Industrie und im Handel auswirken, weil Transaktionskosten wegfallen, ein schnellerer Zahlungsverkehr in Europa erzwungen werden kann und unsichere Kalkulationen wegen Währungsschwankungen wegfallen. Ferner können Kosten für Währungssicherungsgeschäfte gespart werden. Dies ist deshalb von enormer Bedeutung, da die Bundesrepublik Deutschland rund 60 % des gesamten Exports mit europäischen Partner abwickelt, was für einige andere europäische Partnerländer ähnlich sein dürfte.
Alle Geldvermögenswerte werden innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu gleichen Wechselkursen eingetauscht oder umgerechnet. Vergleichbar ist der Vorgang mit der dauerhaften Anlage seines Geldvermögens in einer anderen Währung zum Beispiel in US Dollar.