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In allen Konfliktzeiten gibt es Legendenbildung und Propaganda:
(Die Deutschen waren immer gegen die Serben, Kroaten sind rechts, Serben links...)
Ganz so einfach ist es nicht:
Schauen Sie sich dann diesen Text des ausgemachten Jugoslawien-Freundes Ernst Nolte an!
DTV-Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, Bd. 4, Kapitel Jugoslawien, S. 198-200, 5. Auflage, München 1975

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Im 1. Weltkrieg hatten die Kroaten, wie stets in ihrer jüngeren Geschichte, tapfer auf der Seite Österreichs gekämpft, und die serbischen Politiker waren eher großserbisch als jugoslawisch gesinnt. Und wenn das neue »Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen« mit seinem Namen den Willen zu einer föderativen Einheit zu erkennen gab, so blieb es doch zunächst ein sehr schwacher Staat, auf dessen Zerfall seine zahlreichen Feinde täglich hofften.....

(bis hier stimmt noch das politisch korrekte Weltbild...)
Die führenden serbischen Politiker, Pasic, Protic und Pribicevic, glaubten die Stärkung des Staates nur durch eine Straffung des Zentralismus, d. h. der serbischen Vorherrschaft) erreichen zu können und drängten dadurch die Kroaten innerlich aus dem Staat heraus; die kroatischen Politiker aber schwächten durch die Obstruktionspolitik den Staat, ohne dessen Existenz ihr Volk ein schwankendes Rohr im Winde sein mußte. In diesem Widerstandskampf der Kroaten spielte aber nicht die alte, von Ante Starcevic gegründete »Kroatische Staatsrechtspartei« die erste Rolle, sondern ein Mann, der vor dem Kriege wesentlich zur Förderung der südslawischen Idee beigetragen hatte, Stjepan Radic, der die Kroatische Bauernpartei gründete und innerhalb kurzer Zeit so etwas wie der Führer seines Volkes wurde. Er war in seinen Mitteln nicht eben wählerisch und scheute sogar vor einer Reise nach Moskau und dem Beitritt zur Dritten Internationale nicht zurück. Das war ein extremer Ausdruck für die einfache Tatsache, daß im Bauernvolk der Kroaten eine stark linksgerichtete...Bauernpartei die Führung hatte. Natürlich bot Radic seinen Belgrader Gegnern auf diese Weise viele Angriffsflächen, so daß er mehrfach verhaftet und seine Partei zeitweise verboten wurde. Aber trotz aller rhetorischen Entgleisungen blieb ein Ausgleich zwischen den großserbischen Hegemoniebestrebungen und den kroatischen Selbständigkeitstendenzen auf dem Programm: ein ernsthafter Versuch wurde unter dem Ministerpräsidenten Ljuba Davidovic unternommen, ein anderer wenige Jahre später, als Radic selbst in die Belgrader Regierung eintrat. Aber es gab immer wieder Rückschläge, nicht zum wenigsten durch die Schuld des unberechenbaren Radic selbst, und als Radic 1928 an den Folgen eines im Parlament gegen ihn verübten Attentats starb, schien der Staat in einen Engpaß geraten zu sein, aus dem es keinen Ausweg gab. Die kroatische Haltung versteifte sich: Radics Nachfolger Macek lehnte zunächst jede weitere Zusammenarbeit mit den Serben ab.

Aber sie polarisierte sich auch: Aus der »Staatsrechtspartei« entstand die von Dr. Ante Pavelic, einem Agramer Rechtsanwalt, gegründete Ustascha-Bewegung, die einen rücksichtslosen Kampf gegen den jugoslawischen Staat zu führen gewillt war und sehr bald in eine terroristische Illegalität ging. König Alexander löste die Staatskrise durch die Errichtung der »Königsdiktatur«, die zunächst jedes politische Leben und damit vor allem jede kroatische selbständige Regung unterband. Es zeigte sich aber bald, daß Macek nicht gewillt war, Pavelic zu folgen, nicht nur aus realpolitischer Besorgnis vor italienischen Annexionsabsichten, sondern auch aus weltanschaulicher Abneigung gegen den Faschismus. Während Pavelic seine Anhänger in Ungarn und Italien schulen und schließlich in Marseille König Alexander ermorden ließ, näherte sich Macek dem jugoslawischen Staate zunächst unmerklich an, bis im Jahre 1939 ein Ausgleich erfolgte, der die meisten der kroatischen Wünsche befriedigte. Da um die gleiche Zeit auch Italien und Deutschland eine Verständigung mit Jugoslawien suchten, stand der jugoslawische Staat 1939 unvergleichlich gefestigter da als zehn oder gar zwanzig Jahre zuvor, während Pavelic im italienischen Exil dunkle Stunden erlebte.
Es versteht sich, daß in diesem jugoslawischen Staat nur dasjenige an faschistischem Potential sich auswirken konnte, was diesen Staat bejahte, ja mit besonderer Hartnäckigkeit verteidigte. Wegen der scharfen Spannungen mit Italien hatte eine Bewegung, die Mussolini zum Vorbild nahm, keine Chance; es waren erst die deutschen Ereignisse, die auch in Jugoslawien faschistische Tendenzen erweckten. So erschien im Juni 1932 im Regierungsorgan Vremie ein Leitartikel mit dem Titel: Jugoslawien erwache, der sich unter ausdrücklichem Hinweis auf den Nationalsozialismus gegen den »Defätismus« ausspricht und kaum den Wunsch verbirgt, eine Organisation nationalsozialistischen Musters auch in Jugoslawien entstehen zu sehen. Nach dem 30. Januar 1933 erschienen begeisterte Berichte über die »nationale Revolution« in der ganzen jugoslawischen Presse. Von nun an gewannen auch extrem nationalistische Organisationen an Gewicht und Profil, die teilweise schon seit einigen Jahren bestanden, So die »Jugoslavenskaja Akcija«, die das Wochenblatt Novi Put (Neuer Weg) herausgab und ein ständisch-autoritäres Regime anstrebte. Im November 1934 schloß sie sich mit ähnlich gerichteten Gruppen zusammen und nahm den Namen »Sammlung (Zbor) jugoslawische Völkische Bewegung« an. Ihre starken Sympathien für den Nationalsozialismus waren unübersehbar, und auch außenpolitisch trat sie für eine Annäherung an Deutschland ein. Ihre Anhänger grüßten mit erhobener rechter Hand und trugen als Abzeichen das Kosovo-Kreuz, ein altslawisches Kirchensymbol. Die Mitgliederzahl von 400.000 gab es nur auf dem Papier. Aber ihre außenpolitische Tendenz setzte sich unter der Ministerpräsidentschaft von Stojadinovic bis zu einem gewissen Grade durch, und 1941 schien Jugoslawien auf dem besten Wege, ein Teil von Hitlers »Neuer Ordnung« zu werden. Aber der Putsch des Generals Simovic sowie der daraus resultierende deutsche Angriff schufen eine gänzlich veränderte Lage, und im Zusammenbruch des jugoslawischen Staates wußte Ante Pavelic seine Chance wahrzunehmen, so daß im kroatischen »Ustascha-Staat« das erste und einzige uneingeschränkt faschistische Gebilde auf dem Balkan ans Licht eines kurzen Tages trat.
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P.S.: Auch Zuordnung ist schwieriger: CSU-Gauweiler, Alfred Dregger und Henning Voscherau gegen den NATO-Einsatz,
Erhard Eppler dafür!