Islam - Vergleich mit Christentum

Problematik
Etwa 1,2 Mrd. Muslime leben zu Beginn des dritten Jahrtausends auf der Erde,
das entspricht ca. einem Fünftel der gesamten Menschheit. Denn von
der Arabischen Halbinsel, seinem Ursprungsgebiet, hat sich der Islam über
ganz Vorder- und Zentralasien, den Indischen Subkontinent und Südostasien
bis hin zu den Philippinen ausgebreitet. Die Ostküste Afrikas sowie
der ganze Norden des Kontinents entlang der Sahara ist ebenfalls islamisch.
Auch in Europa, insbesondere auf dem Balken, wurden islamische Bevölkerungsinseln
seit der Herrschaft der türkischen Osmanen hinterlassen. Und seit dem
19. Jahrhundert hat sich die Ausbreitung, zum größten Teil durch
Auswanderer und Arbeitsemigranten, vor allem in Westeuropa aber auch in
Nordamerika, verstärkt. Aus diesem Grund hat sich eine islamische Diaspora
nach und nach auf der ganzen Welt gebildet.
Die Begegnungen mit einer weiteren großen Religionsgruppe, dem Christentum,
führten schon immer zu Konflikten, dem sogenannten "Kampf der
Kulturen" oder selbst zum Heiligen Krieg, dem "Djihad". Das
Christentum enthält viele christliche Gemeinschaften und Organisationen
und verfügt über 1,7 Mrd. Anhänger weltweit, die den Glauben
an Gott und Jesus Christus bewahren und behüten, auf eine ähnliche
Weise wie die Anhänger des Islams. - Was ist jedoch der Hauptgrund
dafür, dass es sogar heute noch viele Auseinandersetzungen und Konfrontationen
zwischen den beiden Religionen gibt?
Möglicherweise gibt es nur wenige Menschen, die sich mit dieser Frage
und Fragen ähnlicher Bedeutung beschäftigen. Eines stimmt in jedem
Falle - einer der Gründe ist die mangelnde Kenntnis über die Religionen
beiderseits, die dann häufig zu Missverständnissen und Auseinandersetzungen
führt.
Es ist selbstverständlich, dass man merkwürdige Dinge erstmals
kopfschüttelnd registriert oder ganz ablehnt. Und oft tun wir das ohne
zu wissen, wie nahe uns dies in Wirklichkeit steht. Aber warum? Um möglicherweise
neuen Problemen aus dem Weg zu gehen?
Oder ist es eher der Wille, nichts von der fremden Religion zu erfahren,
stattdessen sich noch weiter davon zu distanzieren?
In den folgenden Textabschnitten werde ich über die Unterschiede und
Gemeinsamkeiten des Islams und des Christentums berichten.
Bearbeitung und Ergebnis
Oftmals wird versucht einen Vergleich der beiden Heiligen Schriften, dem
Koran und der Bibel, darzustellen, um mehr über die beiden Religionen
und ihrem Glauben zu erfahren.
Der Koran ist die Heilige Schrift des Islams und wird aus dem arabischen
"alkoran" mit "das oft zu Lesende" übersetzt. Genauer
genommen wird das Wort "qur'an" vom Verbum "quara'a",
laut lesen, vorlesen und rezitieren, abgeleitet und kann somit als "Rezitation"
übersetzt werden. Der Koran enthält die Offenbarungen Allahs,
die als seit Ewigkeit bestehende, letzte Botschaft Gottes an die Menschen
gelten. Inhaltlich enthält der Koran viele endzeitliche Weissagungen,
Gerichtsreden, Belehrungen, Prophetenerzählungen, Predigten und gesetzliche
Bestimmungen sowie Rechtfertigungen von Propheten Mohammeds Verhalten. Obwohl
von einer "deutlichen Schrift" die Rede ist, die herabgesandt
wird, ist die Offenbarung nach islamischer Tradition ausschließlich
mündlich erfolgt. Sie wurde später im Auftrag des Schwiegervaters
Mohammeds, Abu Bekr, gesammelt, von Othman überarbeitet und schließlich
im Yemen-Dialekt niedergeschrieben. Der Koran ist in insgesamt 114 Abschnitte
eingeteilt und folgt einem einfachen Prinzip: dem der Länge. Nebenbei
enthält der Koran Religionsgut sowohl des Judentums als auch des Christentums.
Die Bibel, im griechischen "biblos" genannt, heißt in der
Übersetzung "das Buch" und ist wie der Koran ebenfalls eine
Heilige Schrift. Ähnlich wie im Islam wird die Bibel auch im Christentum
als Urkunde göttlicher Offenbarung anerkannt und ist die Grundlage
für den Glauben und die Lehre. Auch wird die Bibel als "Wort Gottes"
verstanden, insofern, dass Gott sie benutzte, um sich den Menschen zu offenbaren.
Die Bibel besteht aus insgesamt zwei Teilen: dem Alten Testament mit 39
Schriften und dem Neunen Testament mit 27 Büchern. Dennoch ist der
auffällige Unterschied im Vergleich der beiden Heiligen Schriften,
dass der Koran nur die Offenbarungen enthält, wobei die Bibel zusätzlich
auch das Alte Testament einschließt, zu erklären. Und zwar hat
dies alles etwas mit den verschiedenen Entstehungszeiten und Zeitstellungen
der beiden Offenbarungsreligionen zu tun. Eines ist jedoch festzuhalten,
obwohl der Koran eine ähnliche Stellung wie die Bibel einnimmt, ist
er der erste Prosatext im Arabischen, der als Sprachdokument eine neue Solidarität
schafft. Denn der Koran ist keine Übersetzung wie die Bibel, sondern
das Wort Gottes selber. Aus diesem Grund wirkt der Koran viel "sprachschaffender"
als die Bibel. Bemerkenswert richtet sich die Sprachnorm auch heute noch
an ihm aus.
Eine weitere Verbindung beider Offenbarungsreligionen ist der Glaube an
Gott. Schon im Glaubensbekenntnis sowohl des Islams als auch des Christentums
ist ein Vermerk auf den Monotheismus zu erkennen. Im Islam heißt es:
" Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt und dass
Mohammed der Gesandte Gottes ist." (Sure 112). Im Christentum: "
Ich bin der Herr, dein Gott, und Du sollst keine anderen Götter haben
neben mir" (2. Mose 20,2). Allah heißt auf arabisch Gott und
stammt aus al-ilah "die Gottheit". Dabei handelt es sich nicht
um einen Eigennamen wie z.B. Zeus, sondern um ein Appellativ wie Deus oder
Dieu, und ist aus diesem Grunde mit Gott zu übersetzten. Man stellt
also fest, dass es sich hierbei nicht um zwei verschiedene Götter handelt,
sondern einfach nur um zwei verschiedene Sprachen, die ein und das gleiche
ausdrücken.
Viel wichtiger ist es einen Vergleich zwischen dem Propheten Mohammed, dem
Gesandten von Allah und Jesus Christus, dem Sohn Gottes, aufzustellen, um
ihre Position und Wirkung hervorzuheben. Denn oftmals kommt es vor, dass
die Muslime von den Christen als Mohammedaner bezeichnet werden, jedoch
ohne zu wissen, dass diese Bezeichnung eine unzulässige Übersteigerung
der Person ihres Propheten enthält. Der Moslem kann insofern kein Mohammedaner
sein, weil nicht der Prophet Mohammed, sondern der Koran im Zentrum des
Islams steht, und es ist der Koran, der die Gemeinschaft der Gläubigen
um sich sammelt. Die Aussage "der Islam ist unser Lebensweg, der Koran
unser Führer", bekräftigt noch einmal, dass Mohammed, bei
aller Verehrung, nicht der Mittelpunkt der islamischen Gemeinde ist. Er
tritt vielmehr hinter die ihm von Gott anvertraute Botschaft zurück,
die er allen Menschen auf der Erde verkünden soll. Dementsprechend
ist Mohammed kein Gott und hat keinerlei Teilhabe an der Göttlichkeit
sowie an der Heiligkeit des Herrn. Er ist auch kein Wundertäter, wie
Jesus Christus, der Kranke heilte und Tote wieder zum Leben erweckte, und
obwohl viele seiner Gegner solches von ihm verlangten wurde er letztlich
nur verspottet, weil er sie nicht tat. Im Gegenteil, ihm ist nichts Übernatürliches
eigen, das Übernatürliche ist das, was er den Menschen verkündet,
die Visionen und Vorschriften, die zum Schluss zum Koran zusammengefasst
wurden. Daraus schließt man, dass der Koran das einzige Wunder ist.
Dennoch ist Mohammed kein Antichrist und steht für den Islam in keiner
Konkurrenz zu Jesus Christus. Sein Verhältnis zu Jesus Christus hat
er selbst einmal so formuliert: "Überschreitet nicht die Grenzen,
in dem ihr mich rühmt, wie die Christen es tun, wenn sie Jesus, den
Sohn Marias rühmen und ihn Gottes Sohn nennen. Ich bin ein Diener des
Herrn. Also nennt mich so und Gesandter."
Ein weiterer Punkt, der bei beiden Religionen eine wichtige Position einnimmt,
ist der Mittelpunkt des Glaubens. Zu diesem Glauben gehören im Islam
die sogenannten fünf Grundpflichten des Gesetzes und der Glaube an
den Koran. Die fünf Grundpflichten sind eine Art Gebote, die jedem
Gläubigen vorgeschrieben sind. Dazu gehört das kurze Glaubensbekenntnis
(Schaháda), worin der Glaube an den einen Gott enthalten ist; das
Gebet (Salat), das fünfmal am Tag stattfindet; das Fasten (Saum), das
den Gebrauch von Speise, Trinken, Rauchen und vom Geschlechtsverkehr während
des Monats Ramadan verbietet; die Armensteuer (Zakat), bei der jeder Gläubige
verpflichtet ist ca. 2,5 bis 10% seines Vermögens an die Armen abzugeben
und schließlich die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadjdj), die jeder Gläubige
einmal in seinem Leben ausführen soll. Genauso wichtig wie die Hauptpflichten
ist auch der Glaube an den Koran, der die Offenbarungen von Gott enthält
und die der Gläubige anerkennen muss. Die Christen haben, im Vergleich
zu den Muslimen, keine Grundpflichten, sie haben eine Kirche, die den Gedanken
des Reich Gottes übernommen hat und ihn bis heute noch vertritt. Seit
der Kreuzigung und der Auferstehung von Jesus Christus glauben die Christen
an die Unsterblichkeit der Seele und wissen, dass ihnen die ewige Seeligkeit
durch Gottes Gnade geschenkt werden kann. Auch für die Christen ist
die Bibel, die Heilige Schrift, von großer Bedeutung.
Eigene Beurteilung
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Islam und das Christentum in einer
engen Beziehung zu einander stehen und dass die bestehenden Unterschiede
völlig normal sind. Denn schließlich handelt es sich hierbei
um zwei Religionen, die weder die gleiche Geschichte noch die gleichen Erfahrungen
haben.
Meiner Meinung nach ist es wichtig einen Vergleich der beiden Religionen
aufzustellen, denn nur so kann man sich wirklich helfen mehr über die
andere Religion zu erfahren. Während der Bearbeitung dieses Themas
ist mir persönlich aufgefallen, dass auch ich in einigen Bereichen
Unkenntnisse hatte oder falsch informiert war. Aber einfach alles zu registrieren
und abzulehnen ist sicher nicht der richtige Weg im Leben. Heut zu Tage
ist die Politik ein gutes Beispiel dafür, denn man kann schließlich
nur dann mitreden, wenn man richtig informiert ist.
Aber oftmals tauchen Fragen auf bei denen man sich nicht sicher ist, bei
welcher der beiden Religionen es sich um die Wahrheit handelt. Das folgende
Beispiel zeigt einen solchen Fall: Der Islam ist der Meinung, dass Jesus
Christus nicht der Sohn Gottes ist, sondern von Gott gesandt, ähnlich
wie Mohammed, aber von Maria geboren. Weiterhin behauptet der Islam, dass
es nicht Jesus Christus war, der gekreuzigt wurde und am Kreuz gestorben
ist. Im Islam handelt es sich um eine Verwechslung von Jesus Christus, der
mit einem ihm ähnlich aussehenden Mann namens "Judas" vertauscht
wird. Die Christen jedoch behaupten das Gegenteil. Wer aber die Wahrheit
erzählt ist offen, denn bei beiden Religionen sind die Theorien begründet
und man könnte sich drum streiten, wer denn nun Recht hat. Vielleicht
ist das aber auch der Grund, weshalb es die beiden Religionen gibt. Der
Islam glaubt an die eine Geschichte, die Christen an die andere, doch die
Frage nach der Wahrheit bleibt weiterhin unbeantwortet.
by Andreas Werner
Vergleich christlicher Glaubensrichtungen
Vergleich Christentum <-> Judentum
Vergleich Christentum <-> Hinduismus
Vergleich Christentum <-> Buddhismus