EMA Bonn Teilnehmer an den Schulbrücken 2002-2004

  • Schulbrücke Paris-Bonn-Berlin-Warschau:
    60 Jugendliche tr
    effen sich 7 Tage lang in der EJBW Weimar
    und beschäftigen sich mit der Bedeutung Weimars für Frankreich, Deutschland und Polen. Auch für das gleichzeitig am EMA Bonn stattfindende Europaprojekt RAFT
    (m-learning und e-learning im europäischen Kontext) ließen sich 2002 die Arbeitsmethoden und die Arbeitsergebnisse gut weiternutzen.
  • Teilnehmer sind die Deutsche Schule Paris, die Willy-Brandt-Schule Warschau, das John-Lennon-Gymnasium Berlin und das EMA-Gymnasium Bonn (2002: LK Geschichte 12, 2003: LK Deutsch, 2004: LK Geschichte)

Themen 2002:

  • Spuren französischer Autor/inn/en in Weimar, Beziehung Weimar-Frankreich
  • Spuren polnischer Autor/inn/en in Weimar, Beziehung Polen-Weimar
  • Verbindungen zwischen den vier Heimatstädten der Schüler/innen und Weimar
    • Bonn: Beethoven-Rezeption in der Weimarer Republik
  • Vorstellung der vier Städte in Filmen, Powerpoint-Demonstrationen und einer "Kulturkiste"
  • Unter Leitung des Instituts für Philosophie und Kulturgeschichte Weimar: Spurensuche in Archiven
  • Gedenkstätte Buchenwald, Tagesexkursion in Arbeitsgruppen
  • Vom Bauhaus zum Gauforum-Architekturgeschichte
  • Lesung des Weimarer Literaten Kirsten (mit anschl. Diskussion)
  • Präsentation der Arbeitsergebnisse in einer Vernissage: Weimarer Labyrinth (Stellwände, Szenisches Spiel, Film (Die Produktion des Herderfilms wurde in mdr-Fernsehen gezeigt), Audioproduktion für Radio "Lotte" Weimar,
  • Powerpoint-Präsentation Frankreich/Polen und Weimar
  • Eröffnung u.a. durch den Thüringer Innenminister und den OB von Weimar
    ndr- und arte-Teams haben der Ausstellungseröffnung beigewohnt und berichtet.
  • Kulturbuffet mit Spezialitäten aus den vier Städten
  • Fakultativ: Goethes FAUST im Deutschen Natonaltheater
  • Konzert der Weimarer Band Wurstgemurzel
  • Internet-Connection mit Bonn, Direktbilder über MMS, Videokonferenz

Zweite Schulbrücke: 28.9.-4.10.2003

LK Deutsch 12
(Abitur 2005)

Dritte Schulbrücke: 26.9-4.10.2004

Auf den Spuren der Klassik  in Weimar                         

Kaum hatte sich unser LK Geschichte am Anfang des neuen Schuljahres zusammen gefunden, ereilte unseren Kurs die erste gute Nachricht: Eine Woche “Urlaub” in Weimar, der Kulturstadt Europas 1999, dazu noch nette Menschen aus den europäischen Nachbarstädten kennen lernen und (fast) nichts dafür bezahlen, da musste doch irgendwo ein Haken an der Sache sein?

Bis auf die Tatsache, dass wir ein freies Wochenende opfern mussten, wurde uns der andere Haken erst deutlich, als wir schon in Weimar angekommen waren und es kein Entrinnen mehr gab: Mit Urlaub hatte die Schulbrücke, zumindest in diesem Jahr, herzlich wenig zu tun.

Von der im Jahre 1992 von Altbundeskanzler Helmut Schmidt gegründeten Deutschen Nationalstiftung gesponsert, begaben wir uns zusammen mit 42 anderen Schülern von der Willy-Brandt-Schule Warschau, der Deutschen Schule Paris und der John-Lennon-Oberschule Berlin-Mitte in der Europäischen Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Weimar auf die Suche nach lebendigen Spuren sowohl der deutschen als auch der europäischen Geschichte.

Schließlich vereint Weimar in sich wie kaum eine andere deutsche Stadt das Schöpferisch-Kulturell-Gute zur Zeit der Weimarer Klassik auf der einen, aber auch gleichzeitig das wohl schlimmste Kapitel in der deutschen Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus auf der anderen Seite. Und so versuchten wir den Spagat zwischen den Frauenpersönlichkeiten der Weimarer Klassik als Hauptrecherchethema dieser Woche und dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald, das nur wenige Kilometer von Weimar entfernt steht.

Als wir also am Sonntagabend mit dem Reisebus in Weimar ankamen, übrigens als einzige Schule mit einstündiger Verspätung, bekamen wir als erstes einen Eindruck von unseren Partnerschulen, die, ebenso wie wir, einen Film vorbereitet hatten, um den anderen Schülern ein Bild der jeweiligen Heimatstadt zu vermitteln. Der Montag bestand im Wesentlichen aus der Aufgabe, Weimar auf eigene Faust und anhand einiger Aufgaben in kleinen, zusammengewürfelten Gruppen zu erkunden und die Ergebnisse anschließend der übrigen Gruppe zu präsentieren. Am Abend wurde uns noch ein kleines kulinarisches Festmahl zuteil: Jede Stadt hatte einige typische Spezialitäten aus der Heimat mitgebracht. Dabei fühlte sich aber insbesondere unsere Bonner Gruppe ein wenig unwohl, weil wir zum Einen gegen die Kaviarhäppchen der Franzosen mit unseren “Halben Hähnen” dagegen halten mussten. Zum Anderen beging unser begleitender Lehrer eine schwere Sünde, indem er mit einem Sechserpack Altbier zum Büffet erschien. Glücklicherweise konnten die Schüler aus den anderen Städten das Ausmaß dieses Fauxpas, im Gegensatz zu uns, nicht selbst erkennen oder einschätzen.  

Von Dienstag bis einschließlich Donnerstag wurden die insgesamt 60 Schüler in 6 Gruppen mit je 10 Personen eingeteilt. Ziel einer jeden der sechs Gruppen war es, mithilfe einer Dokumentation, einem Theaterstück, einer Audioproduktion, einer Powerpoint-Präsentation, einem Kurzfilm und einer plastischen Arbeit unsere Rechercheergebnisse über die Frauenpersönlichkeiten der Klassik so darzustellen, dass man sie am Sonntag in einer Ausstellung präsentieren konnte.

Zwar waren die einen mehr, die anderen weniger motiviert, trotzdem kam am Sonntag nach harter handwerklicher Arbeit an der Darstellungsweise der Vernissage eine gelungene Ausstellung heraus, die auch vom Vorsitzenden der Stiftung Weimarer Klassik Dr. Schremmer gewürdigt wurde. In dieser Woche konnten wir uns ebenfalls von den schlimmen Schäden an der Anna-Amalia-Bibliothek überzeugen, und so kam am Ende eine Spende unsererseits von 250 Euro zusammen, die spontan von der Deutschen Nationalstiftung verdreifacht wurde.

Ebenfalls ein Teil der Ausstellung waren unsere Erfahrungen nach dem Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald am Freitag. Für uns alle war das ein beklemmendes Erlebnis, vor allem als wir mitbekamen, dass die ehemaligen SS-Offizierswohnsitze nun als Jugendherberge dienen und wir dort auch unser Mittagessen bekommen würden. Das war den meisten von uns dann doch etwas zu makaber. Der krönende Abschluss einer gelungenen Arbeitswoche war dann eine Party, bei der auch einige Lehrer sich von einer anderen, lustigeren Seite zeigten. ...                                                                                                           Sirka van Vorst, Jgst. 12

 

 

Unsere Tagungsstätte Reithaus: Das ehemalige Haus der Jungen Pioniere